Itacaré hatten wir hinter uns gelassen und es ging weiter auf unserer mittlerweile lieb gewonnenen BR 101 .............. diesmal in Richtung Trancoso.
Trancoso kannte ich noch von einem Tagestrip irgendwann um 1996. Also mittlerweile schon fast 10 Jahre her. Erstaunlich, wo die Zeit geblieben ist. Im Gegensatz zu anderen brasilianischen Küstendörfern hat sich Trancoso total verändert. Um ehrlich zu sein – ich habe überhaupt nichts wieder erkannt. Der damalige Dorfkern „O quadrado“ ist weitestgehend originalgetreu erhalten worden. Allerdings sind die bahiatypischen Häuschen von einfachen Wohnhäusern zu Restaurants, Pousadas, Ateliers und kleinen Läden umfunktioniert worden. Alles sehr stilvoll, aber trotzdem dem landestypischen Ambiente nicht entfremdet. Besonders hübsch sind die bunt angemalten Häuser, die in irgendeiner Weise die Lebensfreude und Unbeschwertheit des bahianischen Volkes repräsentieren.
Pousadas gibt es mittlerweile auch an jeder Ecke – in jeder Preisklasse, versteht sich. Wir haben uns nähe Quadrado einquartiert, da uns das strategisch für unsere Abendfeldzüge am günstigsten erschien. Und es war auch tatsächlich so, dass alles, was sich bewegen konnte, allabendlich in Richtung Quadrado strömte. Man darf sich das aber nicht wie einen Massenauflauf vorstellen, denn trotz der Schulferien, war Trancoso keineswegs mit Touristen zugeschüttet. Das Publikum war auch ziemlich gemischt: vom Rucksack-Touri, über das gewöhnliche Ehepaar bis zum weither gereisten Europäer war alles am Platze.
Die Strände in und um Trancoso sind eigentlich allesamt sehr schön. Wie ich schon mal irgendwo geschrieben hatte, ziehe ich sie den weitaus berühmteren Nachbarstränden von Porto Seguro alle male vor. Die stadtnahen Strände sind von Barracas gesäumt – jede weiter man sich in Richtung Süden bewegt, desto einsamer wird es. Zahlreiche Strandbuchten laden nicht nur zum Baden ein ..............
Ach ja. Für Freaks gibt’s in Trancoso sogar einen FKK-Strand (Praia dos Nativos). Irgendwie hatte ich aber den Eindruck, dass dies für die Brasilianer keine besondere Attraktion ist ........ die tragen wohl lieber ihre knapp bemessenen Bikinis zur Schau ................ meines Erachtens die richtige Wahl!
Von unserer Pousada-Managerin,
einer ca. 25-jährigen Dame, erfuhren wir, dass die Wurzeln des brasilianischen Lambadas in Trancoso liegen. Die damals weltberühmte Band Kaoma stammt eben aus diesem kleinen Ort namens Trancoso. Stolz erzählte sie uns, dass sie als 5-jähriges Mädchen schon Lambada getanzt hat, natürlich nach Kaoma-Rhytmen. Damals, Anfang der 80-er, spielte Kaoma noch regelmässig in den Bars Trancosos. Heute hört man (leider) aus den gleichen Bars nur noch Marley-Reggae oder brasilianische Rockmusik aus der Konserve.
Fortsetzung folgt.