Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Re: Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Beitragvon Trem Mineiro » Do 2. Apr 2015, 16:45

Für ein Studenten-Visum must du eine KV in Deutschland vor der Einreise abschließen. Aber das ist dein geringstes Problem.
Mir fällt auf, dass du die finanzielle Seite immer so wegwischt. Auch in der Chapada dos Veiaderos lebt man nicht von Luft und Liebe. Im Gegenteil, ich war schon zweimal dort und fand es dort noch teurer als unten in den Großstädten, nur Brasilia ist noch teurer. Wenn dein Freund dich dort finanzieren will (übers Wohnung hinaus) muss er schon was in der Tasche haben. Aber du kennst das ja.
Mich würde bei den geschäftstüchtigen Brasilianern nicht mal wundern, wenn selbst der Ashram dich abzockt (ist jetzt übertrieben :D )aber ich habe 20 Jahre in Brasilien gelebt
Bei dem Finanzierungsnachweis für ein Langzeit-Visum muss das Geld übrigens in Brasilien sein.

Gruß
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Re: Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Beitragvon Täubchen » Do 2. Apr 2015, 17:14

Hallo Trem Mineiro,

danke für deine Hinweise! Du hast sicher recht was das finanzielle angeht! Das liegt wohl daran, dass ich mir noch nie viel aus Geld gemacht habe, auch nie viel hatte und doch immer irgendwie gut klar gekommen bin und immer Jobs gefunden habe. Auch als ich in Rio war, war ich nach dem reisen schon ganz schön pleite und hab innerhalb von zwei Tagen nen Job gefunden, mit dem ich zumindest überleben konnte.

Mein Freund hat nicht viel, da er selbst noch studiert, aber seine Familie hat genug und würde mich als drittes Kind quasi bei sich aufnehmen, so wie ich ihren Sohn auch ein Jahr bei mir aufgenommen habe. Die haben mich eh von Anfang an mehr oder weniger adoptiert ;)
Viel brauche ich nicht, wenn ich ein Dach überm Kopf und was zum Essen habe und der Rest ergibt sich vor Ort. Zuviel planen bringt eh nichts, da es am Ende doch immer anders läuft als man plant.
Prinzipiell wollen wir, wenn mein Freund fertig mit seinem Studium ist, etwas Land kaufen (er kriegt noch ein Erbe ausgezahlt) und dort selbstversorgend leben. Um die Zukunft mache ich mir keine Sorgen.

Zur Chapada: stimmt an sich ist es teuer, aber wenn man wildcampt ist es umsonst und nicht alle Wasserfälle kosten Eintritt ;)

Dass der Ashram mich übers Ohr haut, wage ich zu bezweifeln. 1. kenne ich eine Brasilianerin die dort längere Zeit gelebt hat und 2. habe ich nicht vor dafür Geld zu bezahlen.
Aber ich werde sicherheitshalber die Augen und Ohren offen halten ;)

Wo in Brasilien hast du denn gelebt und warum hat es dich dort weg verschlagen?

Dass das Geld für den Finanzierungnachweis in Brasilien sein muss ist interessant, das gilt aber nicht für ein einjähriges Studentenvisum/Praktikumsvisum, oder?
Auf der Konsulatsseite steht, Brief der Eltern genüge…da müsste doch klar sein, dass die Eltern in Deutschland sind.
Gilt das dann quasi im Falle eines Daueraufenthaltes?

Ich weiß, ich hab viele Fragen, aber ich werde einfach aus diesem Behördendeutsch nicht schlau und genaue Angaben findet man da irgendwie auch nie. Und auf Mails wird schon gar nicht geantwortet…

Daher nochmal vielen Dank für eure Antworten, ich bin echt froh dieses Forum entdeckt zu haben. Hier kriegt man wirklich gute Tipps und vor allem Erfahrungswerte! =D>
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Re: Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Beitragvon frankieb66 » Do 2. Apr 2015, 17:17

moni2510 hat geschrieben:da ist nix mit aufnehmen... da geht man einfach ins Hospital und stellt sich in die Schlange. Dann ist vermutlich kein Arzt da oder kein Material oder keine Medikamente oder alles drei ist nicht vorhanden. In Grossstädten geht es manchmal sogar noch. Aufm Land sieht es sehr sehr schlecht aus.. Das ist alles schön und gut, solange nichts passiert.

Das mit dem "aufm Land" mag ja stimmen, aber was speziell Brasilia (dort will die TE ja offensichtlich hin) betrifft, muss ich mal eine Lanze fürs SUS brechen. Ich hatte vor Kurzem das "Vergnügen" einige Tage in einem Hospital der SUS stationär behandelt zu werden (Hospital de Base, Brasilia). Loch in der Lunge (nein, es war keine Kugel :!: ) und Not-OP. Fazit: Fachkompetenz der Ärzte und Krankenschwestern sehr hoch, durchaus vergleichbar mit D, Abstriche muss man natürlich hinnehmen was den Unterbringungskomfort angeht. Immerhin 5 Mahlzeiten pro Tag (morgens, mittags, nachmittags, abends und spätabends), kann man auch nicht meckern ;). Hygiene einwandfrei (abgesehen von den Toiletten und Duschen, diese wurden aber immerhin ca. alle 2 Stunden gereinigt). Noch ein allgemeiner Hinweis: Es wird in BR, und nicht nur in Hospitälern der SUS, generell erwartet dass man eine Begleitperson mitbringt. Das ist insbesondere dann wichtig wenn man selbst nicht in der Lage ist, z.B. selbst um die Körperhygiene zu kümmern ... da hilft i.d.R. keine Krankenschwester oder Pflegepersonal ...

moni2510 hat geschrieben:Es gibt in Deutschland doch ganz ordentliche und günstige Jahresversicherungen.

Stimmt, z.B. Langzeit-Auslandskrankenversicherung, u.a. von der Hanse Merkur. Je nach Umfang und Laufzeit ca. 40-60 EUR/Monat. Wichtig vor allem auch für die Rückerstattung der Kosten für Medikamente, die abgesehen einer stationären (oder Notfall-) Behandlung im System der SUS aus eigener Tasche bezahlt werden müssen (gilt übrigens auch für Brasilianer) ...

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Re: Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Beitragvon moni2510 » Do 2. Apr 2015, 17:20

Die SUS wird dann kritisch, wenn es um chronisch Kranke Menschen geht. Notfallbehandlung kann man schon mal Glück haben. Aber mit Krebs oder ähnlichem...da ist die SUS oft das schnelle Todesurteil. Gleiches gilt für nicht not-OPs... Ein Bekannter von mir hatte quasi mit mir gleichzeitig einen Bandscheibenvorfall in 2013. Der wartet bis heute auf die notwendige OP.
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Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Beitragvon Elsass » Do 2. Apr 2015, 17:57

moni2510 hat geschrieben:da ist nix mit aufnehmen... da geht man einfach ins Hospital und stellt sich in die Schlange. Dann ist vermutlich kein Arzt da oder kein Material oder keine Medikamente oder alles drei ist nicht vorhanden. In Grossstädten geht es manchmal sogar noch. Aufm Land sieht es sehr sehr schlecht aus.. Das ist alles schön und gut, solange nichts passiert.

Es gibt in Deutschland doch ganz ordentliche und günstige Jahresversicherungen.

Fuer die SUS braucht man einen Ausweis, den Braslianer und ordentlich gemeldete Auslaender (RNE) bei der Prefeitura bekommen. Ohne den laeuft heute gar nichts mehr bei der SUS, in Bahia (Salvador).
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Re: Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Beitragvon frankieb66 » Do 2. Apr 2015, 18:08

Elsass hat geschrieben:Fuer die SUS braucht man einen Ausweis, den Braslianer und ordentlich gemeldete Auslaender (RNE) bei der Prefeitura bekommen. Ohne den laeuft heute gar nichts mehr bei der SUS, in Bahia (Salvador).

in Bahia mag das so sein, im DF, in RJ und auch in SC oder SP (das sind die Staaten in denen ich das SUS persönlich in den letzten 1-2 Jahren persönlich genutzt habe) ist das definitiv NICHT der Fall ...
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Re: Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Beitragvon cabof » Do 2. Apr 2015, 19:16

Jetzt fleddert der Eingangsfred etwas - unsere Freundin fragt nach einem Jahresvisum für BR und lt. ihren Aussagen scheinen die fam. Verhältnisse auch etwas vage, die Eltern sind in DE anscheinend nicht gemeldet um eine evtl. Bürgschaft zu übernehmen, wenn sie ihren
Freund zur SUS begleitet hat, auch so eine Sache, keine private KV seitens der Familie vorhanden.. ich finde dieses Vorhaben sehr
prekär... Augen auf Mädel, mit einem Rückflugticket bist Du auf der sicheren Seite - was mich stutzig macht, knapp bei Kasse und in
einer privaten KV? Na ja.
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Re: Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Beitragvon Trem Mineiro » Do 2. Apr 2015, 21:17

Oi Täubchen
Nimm bitte meine Tipps und Warnungen nicht so ernst, sind ehr prophylaktisch. Jeder Fall ist anders und jeder Reisende auch.
Ich hab 20 Jahre in Brasilien gelebt, als Expat und dort auch gearbeitet. Und natürlich viel erlebt, was einen ein wenig vorsichtig macht und auch gewissen Pessimismus erweckt.
Diese SUS - Diskussion ist Nebenschauplatz, für ein Visum brauchst du die Versicherung und als Tourist wird dir dein Freund irgendeine Lösung organisieren.

Bezüglich der Finanziellen Absicherung musst du mit dem Konsulat sprechen und da liegst du richtig, für belastbare Antworten musst du persönlich zu zuständigen Konsulat, alles andere zählt und hilft dir nicht. Du kannst hier nur die richtigen Fragen finden.
Einen Bürgschaft oder Brief in Deutschland nützt in Brasilen niemandem, weil die Behörden nicht auf deutsche Banken/Bürger zugreifen können. Die Deutschen machen das genauso, die amtliche Verpflichtungserklärung muss von einem deutschen Bürgen sein.

Generell gilt die Sicherstellung der der Finanzen auch für Touristen, die nach Brasilien gehen, aber mit seriösen Auftreten gibt es da keine Fragen. Ich würde aber nicht z.B. in Salvador als Hippi-Ikone mit Rucksack und Jesuslatschen ankommen, da kann dann die Frage nach der Kreditkarte mal kommen.

Gruß
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Re: Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Beitragvon cabof » Do 2. Apr 2015, 21:29

Nicht ganz Trem, mein Fall bekam ihr Studentenvisum aufgrund einer Verpflichtungserklärung seitens der brasil. Eltern, gutsituiert,
Übersetzung, vom DE Konsulat beglaubigt und die AB in Köln hat es akzeptiert - neben anderen Kleinigkeiten die wir hingebogen haben.
Es gibt auch hier den "Jeito".... kölsche Klüngel. (Scherz).

Viel Glück der Userin bei der Entscheidungsfindung.
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Re: Wie bekomme ich ein Visum für mind. ein Jahr?

Beitragvon Trem Mineiro » Do 2. Apr 2015, 21:54

Oi Cabof
Das ist "Kölschen Klüngel" und gegen die Vorschriften, die die Sicherstellung genau regeln: gebührenpflichtige Verpflichtungserklärung, Barmittel oder Sperrkonto in Deutschland. Selbst der Ersatz durch eine "güldene" Kreditkarte ist schon Ermessens-Sache. Wie soll der Staat denn an sein Geld kommen, wenn Schulden da sind. In Brasilien pfänden oder mit Geiselhaft.
Bitte nicht mit solchen extremen Beispielen falsche Hoffnung erwecken. Die meisten ABs sind da noch sehr konservativ und wenden nicht mal die gelockerten Regeln an, vor allem nicht wenn die Sachbearbeiterin sich auch noch um Asylanten kümmern muss.

Gruß
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