Wie geht das in Santos?

Fragen zur Gesetzeslage in Brasilien, Einwanderungs-, Einfuhr- und Zollbestimmungen sowie Steuerfragen

Wie geht das in Santos?

Beitragvon lol » Fr 24. Feb 2006, 20:05

Ich will in ein einigen Wochen privat ein paar "Kleinigkeiten"
per Schiff nach Santos schicken, als Beiladung. Leider sieht
sich mein erwählter Spediteur nicht in der Lage in Br. bis
vor die Haustür zu liefern, sondern wird mich ab Hafen
Santos allein lassen. Nicht ohne den Hinweis, dass die dort
anfallenden Ausgaben recht kostespielig sein können...

Frage: Wer hat da schon Erfahrung, wie läuft das konkret ab?
Krieg ich einen Anruf von der Zollbehörde, den Kram abzuholen?
Woher bekomme ich einen Despachante? Was für Formalitäten
müssen erledigt werden? Woher krieg ich eine Spedition, die den
weiteren Transport übernimmt? Worauf sollte man achten?
Ist der Zoll Verhandlungssache? :roll:

Danke für Info.

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Beitragvon lol » Fr 31. Mär 2006, 18:41

Offensichtlich muss ich da alleine durch ... :cry:
Egal. Wer noch was sperriges oder schweres nach
Santos bringen will soll sich melden. Beibeiladungen
möglich, logischerweise gegen Mehrkostenbeteiligung.
Die Ladung geht ab Köln, die Kiste(n) klopp ich selber
zusammen.
Bitte keine Drogen, Waffen, Verderbliches oder
sonstigen Firlefanz, der dem Zoll aufstößt...
Ladung geht ab etwa Juni.

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Beitragvon thomas » Fr 31. Mär 2006, 22:41

Ich glaube SWK hat das hinter sich und irgendwo hier was darüber gepostet.
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Beitragvon Takeo » Sa 1. Apr 2006, 01:25

Okay. Ich hätte da ein Klavier, das nach Brasilien muss...

... ich schreib Dir jetzt 'ne PN
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Beitragvon Seebaer » Sa 1. Apr 2006, 15:49

Moin lol,

das Problem mit Deiner Kiste ist der brasilanische Zoll, dort koennen Deine Sachen mal leicht 1 Jahr +++ festgehalten werden !!!

Ich wuerde mich mal bei anderen Spediteuren erkundigen wegen der Formalitaeten beim Zoll und es nicht alleine versuchen.
Bei meiner Company sind mal Kisten von dringenden Ersatzteilen fuer einem Schiffsmotor (der immerhin Ausmasse eines Einfamilienhauses hat) spurlos verschwunden. Grundsaetzlich haben wir keine Ersatzteile mehr nach Brasilien geschickt, trotz professioneller Agenten und die notwendigen "Geschenke" fuer die Behoerden :wink:
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Beitragvon Takeo » Sa 1. Apr 2006, 19:13

Seebaer hat geschrieben:Bei meiner Company sind mal Kisten von dringenden Ersatzteilen fuer einem Schiffsmotor (der immerhin Ausmasse eines Einfamilienhauses hat)


Hyundai oder Mitsubishi??? So ein Schiffsmotor, wenn er dann die Antriebsmaschine eines modernen Containers mit 5.000 - 6.000 TEU ist, ist doch locker ein paar mal so gross wie ein Einfamilienhaus!

Schiffe sind übercool!!!
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Beitragvon Seebaer » So 2. Apr 2006, 16:33

Takeo hat geschrieben:Hyundai oder Mitsubishi??? So ein Schiffsmotor, wenn er dann die Antriebsmaschine eines modernen Containers mit 5.000 - 6.000 TEU ist, ist doch locker ein paar mal so gross wie ein Einfamilienhaus!

Schiffe sind übercool!!!


Na nun willst Du auch noch Details wissen was :wink: ? MAN B&W mit 18000 KW Leistung :)
Auch war der Dampfer kleiner, da fuer die von Dir erwaehnten Schiffe es in Brasilien kaum einen Hafen gibt den die Anlaufen koennen bzw. die in der Lage sind solche Schiffe abzufertigen.

Aber es geht ja eigentlich um den Brasi Zoll :wink:
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Beitragvon lol » So 13. Aug 2006, 19:34

So, hier ist mein Gepäckstück. Darüber wie das geht ( oder auch
nicht) in Santos werde ich dann in ein paar Wochen an gleicher
Stelle aufkären :D
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Beitragvon lol » Fr 3. Nov 2006, 20:32

So... wie das geht in Santos, weiss ich immer noch nicht, trotzdem hier
an Interessierte ein kleines Update ... verschifft wurden 500 kg, Volumen
ca. 3,5-4 m³, Inhalt waren " Spezialbauteile", die ich für ein privates
Bauprojekt in Br. benötige. Materilawert der Ladung in D. ca. 1.300 Euro
(nachvollziehbar untertrieben), ideeller Wert entsprechend höher, sonst
hätte diese Strapaze ja nicht auf mich genommen.
Diverse Speditionen angefragt, das reichte
von z.B. Hasenkamp über DHL bis Quirx und die Kiste sollte von Haustür
zu Haustür transportiert werden, wobei meine Haustür etwa 200 km
von Santos entfernt liegt. Die meisten Speditionen weigerten sich aber
schlichtweg den Transport über den Hafen von Santos hinaus zu
übernehmen, offenbar gibt es da kaum kalkulierbare Unbekannte.
Hasenkamp hat door-to-door angeboten, Kosten um die Euro 2.400,-
(mit Option um nachträgliche Mehrkostenbelastung), DHL und Quirx
habenbis Santos angeboten (die anderen hab ich vergessen), die beiden
wollten so um die Euro 900, - 1000,- von Köln bis nach Santos. Hab
nach Santos verschifft.

Am Despachante kommt man nicht dran vorbei, die Speditionen
empfehlen welche sofern man selbst keine Idee hat. Ich habe mehrer
angefragt, die Angebote für diese Dienstleistung lagen dabei zwischen
500 Real und Real 3000,-, wobei natürlich keine klare Auskunft zu
bekommen war was die Dienstleistung beinhaltet und ob z.B. mit den Real
3000,- auch sämtliches Bestechungsgeld enthalten sei (ich hab mich
dann für einen D. entschieden, den ich über Umwege bei Versagen unter
Druck setzen kann). Spätestens wenn man mit dem Desp. verhandelt
springt einem dieser schale Drittwelteinruck von Korruption, Unfähigkeit,
Willkür, vermeindlicher Bauernschläue und schlichter Blödheit geradezu
ins Gesicht... . An Papieren muss man, wie üblich in der dritten Welt, alles
beibringen was sich nicht wehrt, natürlich im Original, beglaubigt und
gestempelt, 3 Stunden Cartorio sind usus..., Pass, Flugticket (die Tatsache
des E-Tickets ist in Despachantekreisen auch noch nicht bekannt), CPF,
Permanencia (die ich nicht habe), Inhaltsdeklaration, Zolldeklaration,
B/L, usw. usw.....

Das ganze sollte natürlich möglichst zollfrei eingeführt werden um an den
etwa 60% pauschalen Einfuhrzoll für private Aktionen vorbei zu kommen.
Deshalb sind die "Spezialbauteile" als Umzugsgut deklariert, wobei hier
natürlich auch der letzte Zollbeamte seine Chance wittern muss, weil das
Umzugspaket ja weder gebrauchte Unterhosen noch Gummibäume o.ä.
enthält. Ob ich mit der Deklaration durch komme, ohne Permanencia
bzw. Visum, bleibt mal abzuwarten...notfalls muss eben doch verzollt
werden....

Das Zusammennageln der Transportkiste, sofern eine gebraucht wird,
geht auch nicht mehr wie zu Zeiten von Tim und Struppi mit einfachen
Latten sondern sollte aus Spanplatten (die natürlich das Gewicht nach
oben treiben) oder teuren OSB-Platten gebastelt werden. Wer auf die
Lattenlösung besteht muss die Kiste begasen lassen, eine weitere
Komplikation.

Wenn das Teil dann in Santos liegt muss der Despachante mit der
Spedition Kontakt aufnehmen und alles weitere veranlassen. Das dauert
natürlich... in Brasilien. Anfangs hieß es 3 Tage bei Anwesenheit in
Santos, später dann nur noch wage 6 Wochen.... mittlerweile sind
5 Wochen verstrichen.... . Die Kosten für die Einlagerung in Santos
hab ich vergessen, war aber nicht soviel, ca. 1% vom Einfuhrwert
für 2 Wochen oder sowas, hält sich also in Grenzen.

Sachstand heute: Ware liegt noch in Santos, es gibt aber Hinweise,
dass in den nächsten 14 Tagen die Ladung freigegeben wird.

Danach werd ich mal eine Kostenzusammenfassung posten...

PS: Im Nachbarforum les ich gerade das justamente mein Schiff, die
Alianca Maua am 5 Okt. ausgeraubt worden ist vor Santos... mein Paket
zum Glück nicht, dass weiss ich aus verlässlicher Quelle :D .
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Beitragvon lol » Fr 23. Feb 2007, 14:58

Um das mal abzuschließen hier: Das "Gepäck" ist durch.
Habe noch folgende Erkenntnisse gewonnen, z.T. profan:

"Umzugsgut" läßt sich logischerweise nur mit Permanencia
einführen. Ohne muss verzollt werden.

Ohne Permanencia läßt sich sich die bagagem desacompaniada
nicht realisieren. Dabei ist der Warenwert bzw. das Zollverfahren
unerheblich.
Wesentlich scheint die Tatsache, dass die Teile im Lande verbleiben
sollen, ein Import durch Ausländer ist also nicht möglich.

Wer - wie ich - br. verheiratet ist und jetzt glaubt über den
Ehepartner die Einfuhr (also den Empfang der Ladung) abwickelen
zu können sollte vorher nochmal seine Heiratsurkunde studieren.
Bei absoluter Gütertrennung - wie bei mir - geht das leider nicht.

Haben dann nachträglich die B/L also Einfuhrpapiere komplett auf
meine Frau geändert die glücklicherweise noch einen zeitnahen
Aufenthalt in D. nachweisen konnte und als bagagem
desacompaniada deklariert.

Zollaufwand ca. 50% vom Einfuhrwert (Wert der Ladung+Fracht).

Lagerkosten Santos: Hier muss ich mich korrigieren, diese sind
ERHEBLICH. Unter http://www.santosbrasil.com.br sind zwar Gebühren
angeben, diese bedürfen aber einer kleinen Ergänzung. Die
Mindestgebühr für die Lagerung über die 10Tage-Periode beträgt
z.Zt. 430 Real! Deshalb sollte in dem ganzen Verfahren Wert darauf
gelegt werden, dass das Gepäck so schnell wie möglich aus dem
Hafen gebracht wird, jedenfalls wenn der Warenwert relativ gering ist.
Die Lagergebühr kann im nachhinein noch begrenzt verhandelt werden.

Transport nach S.P. Stadt kostet dann noch 300-400 Real (ca.
4m³/500kg).

Fazit: Alles machbar, aber zeit- und geldaufwändig. Es gibt reichlich
Fallstricke beim ersten mal. :wink:
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