So... wie das geht in Santos, weiss ich immer noch nicht, trotzdem hier
an Interessierte ein kleines Update ... verschifft wurden 500 kg, Volumen
ca. 3,5-4 m³, Inhalt waren " Spezialbauteile", die ich für ein privates
Bauprojekt in Br. benötige. Materilawert der Ladung in D. ca. 1.300 Euro
(nachvollziehbar untertrieben), ideeller Wert entsprechend höher, sonst
hätte diese Strapaze ja nicht auf mich genommen.
Diverse Speditionen angefragt, das reichte
von z.B. Hasenkamp über DHL bis Quirx und die Kiste sollte von Haustür
zu Haustür transportiert werden, wobei meine Haustür etwa 200 km
von Santos entfernt liegt. Die meisten Speditionen weigerten sich aber
schlichtweg den Transport über den Hafen von Santos hinaus zu
übernehmen, offenbar gibt es da kaum kalkulierbare Unbekannte.
Hasenkamp hat door-to-door angeboten, Kosten um die Euro 2.400,-
(mit Option um nachträgliche Mehrkostenbelastung), DHL und Quirx
habenbis Santos angeboten (die anderen hab ich vergessen), die beiden
wollten so um die Euro 900, - 1000,- von Köln bis nach Santos. Hab
nach Santos verschifft.
Am Despachante kommt man nicht dran vorbei, die Speditionen
empfehlen welche sofern man selbst keine Idee hat. Ich habe mehrer
angefragt, die Angebote für diese Dienstleistung lagen dabei zwischen
500 Real und Real 3000,-, wobei natürlich keine klare Auskunft zu
bekommen war was die Dienstleistung beinhaltet und ob z.B. mit den Real
3000,- auch sämtliches Bestechungsgeld enthalten sei (ich hab mich
dann für einen D. entschieden, den ich über Umwege bei Versagen unter
Druck setzen kann). Spätestens wenn man mit dem Desp. verhandelt
springt einem dieser schale Drittwelteinruck von Korruption, Unfähigkeit,
Willkür, vermeindlicher Bauernschläue und schlichter Blödheit geradezu
ins Gesicht... . An Papieren muss man, wie üblich in der dritten Welt, alles
beibringen was sich nicht wehrt, natürlich im Original, beglaubigt und
gestempelt, 3 Stunden Cartorio sind usus..., Pass, Flugticket (die Tatsache
des E-Tickets ist in Despachantekreisen auch noch nicht bekannt), CPF,
Permanencia (die ich nicht habe), Inhaltsdeklaration, Zolldeklaration,
B/L, usw. usw.....
Das ganze sollte natürlich möglichst zollfrei eingeführt werden um an den
etwa 60% pauschalen Einfuhrzoll für private Aktionen vorbei zu kommen.
Deshalb sind die "Spezialbauteile" als Umzugsgut deklariert, wobei hier
natürlich auch der letzte Zollbeamte seine Chance wittern muss, weil das
Umzugspaket ja weder gebrauchte Unterhosen noch Gummibäume o.ä.
enthält. Ob ich mit der Deklaration durch komme, ohne Permanencia
bzw. Visum, bleibt mal abzuwarten...notfalls muss eben doch verzollt
werden....
Das Zusammennageln der Transportkiste, sofern eine gebraucht wird,
geht auch nicht mehr wie zu Zeiten von Tim und Struppi mit einfachen
Latten sondern sollte aus Spanplatten (die natürlich das Gewicht nach
oben treiben) oder teuren OSB-Platten gebastelt werden. Wer auf die
Lattenlösung besteht muss die Kiste begasen lassen, eine weitere
Komplikation.
Wenn das Teil dann in Santos liegt muss der Despachante mit der
Spedition Kontakt aufnehmen und alles weitere veranlassen. Das dauert
natürlich... in Brasilien. Anfangs hieß es 3 Tage bei Anwesenheit in
Santos, später dann nur noch wage 6 Wochen.... mittlerweile sind
5 Wochen verstrichen.... . Die Kosten für die Einlagerung in Santos
hab ich vergessen, war aber nicht soviel, ca. 1% vom Einfuhrwert
für 2 Wochen oder sowas, hält sich also in Grenzen.
Sachstand heute: Ware liegt noch in Santos, es gibt aber Hinweise,
dass in den nächsten 14 Tagen die Ladung freigegeben wird.
Danach werd ich mal eine Kostenzusammenfassung posten...
PS: Im Nachbarforum les ich gerade das justamente mein Schiff, die
Alianca Maua am 5 Okt. ausgeraubt worden ist vor Santos... mein Paket
zum Glück nicht, dass weiss ich aus verlässlicher Quelle

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