Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Beitragvon Limao » Di 21. Jan 2014, 21:46

Nun, wenn ich hier abends manchmal zwangsweise an "Amor a vida" nicht vorbeikomme und so auch Einblick in die gehobenen Schichten bekomme, scheint mir es so, dass es fast schon ein wenig aufgelockert dort ist. Ich hatte mich schon gefreut als meine Frau sagte, dass das ding nächste Woche (hoffentlich mit Mord und Totschlag !!!! das schue ich mir vielleicht doch an, da kein fussball zur zeit) zu ende kommt, ist mir aber in dem Moment bewusst geworden, das dann die nächste Novela anrückt. Meine vorläufige Lösung, Ich habe mir gute Kopfhörer angeschafft die die Umgebungsgeräusche wegfiltern, klappt sogar ganz gut!
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Re: Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Beitragvon cabof » Di 21. Jan 2014, 22:18

Minas-Eisenbahn, wäre ein Thema für eine PN - aber sollen die Newbies ruhig mal lesen was wir Oldies für Erfahrungen haben. Im 21. Jahrhundert hinkt die brasil. Familienpolemik hinter der deutschen her, spreche/schreibe hier von den normalen Familien. Sollte jemand eine Ehe mit einer BR eingehen muß er zuerst von der Familie akzeptiert werden, bei sozial schwachen Familien wird die Tochter "gedrängt" den Gringo (augenscheinlich mit Knete) zu ehelichen. In der Upperclass sind die Hürden sehr hoch um an einen/eine BR zu kommen, da spielen andere Voraussetzungen eine Rolle. In DE sehen die Kids zu ab dem 18. Lebensjahr aus dem Haus zu kommen, egal wie
und wer das finanziert... in BR eher die Ausnahme. Meine Aussagen beruhen auf persönliche Erfahrungen aus der Vergangenheit und in einer jugendlichen Zeit. Ein laufender, gültiger Konatkt sagt aus: eine BR (mittlerweile über 50) die sehr gerne reist und es ist so in Brasilien, das eine Frau/Fräulein oder Dame nicht alleine verreist, das verbietet der Anstand oder sonst was... also bin ich seit
Jahren die Reisebegleitung - nicht der Finanzier - wohlgemerkt. Habe mir mal auf einer der letzten Reise auf Morro de Sao Paulo das Publikum angeschaut.... auch Kontakt bekommen - sehr viele Frauen in Frauenbegleitung (Freundinnen), entweder Geschiedene, Witwen oder einfach ältere Fräuleins die keinen abbekommen haben... da hört man Geschichten. Letztendlich sind viele darauf aus, DIE Urlaubsliebe fürs Leben kennenzulernen.
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Re: Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Beitragvon Trem Mineiro » Di 21. Jan 2014, 22:35

stranger hat geschrieben:Generell werden eher niedrig- bis mittelqualifizierte Leute gesucht, mit einem Master bist du oft schon besser qualifiziert als dein potentieller Chef, für die Chefetage fehlt dir so direkt von der Uni dann aber die Berufserfahrung.Grüße


Na ja, was hier alles mit Bachelor und Masterabschluss oder besser rumläuft ist schon Legion. Die Leute sind alle hochgebildet, leiden aber, wie der TE, an mangelnder Berufserfahrung. Aber keine Angst, die Familie wird sie schon angemessen unterbringen, da mach ich mir keine Sorgen.

@Gemig
was meinst du, was ich für Probleme hatte, von der Familie meiner Frau (da herrscht noch die OMA) akzeptiert zu werden. Der nicht unerhebliche Altersunterschied war da ehr hilfreich. Ging da mehr drum ob ich die Tochter ernähren konnte und um meinen Lebenswandel. Man möchte die Tochter ja nicht nach ein paar Jahren wieder zurück.
Heute bin ich der Lieblings-Enkel-Schwiegersohn der Oma.

Gruß
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Re: Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Beitragvon BrasilJaneiro » Di 21. Jan 2014, 23:29

Das einleben geht schnell, wenn du gerne in lauten Metropolen lebst. Es gibt viel Ecken und Gegenden, die man in Sampa erkunden kann. Das musst du einfach mal angehen, wenn du dort fest lebst. Da hilft dir auch die Touristenseite von SP. http://www.sao-paulo-brasilien.de/?Sehensw%FCrdigkeiten_Sao_Paulo.
In einen Club einzutreten ist nicht schlecht. Der EC Pinheiros ist der ehemalige SC Germania und einer der ersten Fußball-Klubs in Brasilien. Erfolgreiche Fußballer war Arthur Friedenreich, wahrscheinlich besser als Pele. Heute wird aber kein Fußball mehr gespielt. Statt Deutsche sind dort mehr Portugiesen heute anzutreffen.
Wichtiger ist aber eine gute Wohngegend, guten Kontakt zu Nachbarn und neuen Freunden halten. Jedenfalls nicht isolieren und immer offen sein. Ich wünsche dir viel Glück.
Nicht wissen, aber Wissen vortäuschen, ist eine Untugend. Wissen, aber sich dem Unwissenden gegenüber ebenbürtig verhalten, ist Weisheit.
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Re: Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Beitragvon Limao » Mi 22. Jan 2014, 02:57

Die gepanzerten Limuousinenfahrer freuen sich in der Tat, wenn sie in Europa / USA sind und den Kindern mal zeigen können, wie Bus-U/Bahn Fahren auch mal ganz alleine ohne Security geht. Haben sich früher eine Wohnung in Paris, London, NY gekauft, heute u.a. Berlin, z.B. nebenan Brad Pitt und fühlen sich übrigens pudelwohl dort.
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Re: Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Beitragvon BRASILIANT » Mi 22. Jan 2014, 13:22

Marley hat geschrieben:Mein Visum und die Arbeitserlaubnis wird über sein Unternehmen beantragt und ich erhalte auch einen Arbeitsvertrag, Gehalt und Versicherung, ...


Ach ja !?!?! :roll:

Vorausgesetzt es gelingt der Firma, bzw. dem beauftragtem Despachante nachzuweisen das für den Job unbedingt eine Ausländerin her muss, weil es keine qualifizierten Arbeitnehmer in Brasilien gibt.

Viele Brasis, besonders die die schon mal in den USA gelebt haben, glauben das es in Brasilien genauso "einfach" ist mit einem Arbeitsvisum wie in den USA. Was allerdings ein grosser Irrtum ist !

Marley hat geschrieben:....Da ich im Moment noch auf die Arbeitserlaubnis warte (das ganze dauert eeeeeeewig :( ), kann ich mich noch nicht bewerben ....


Das verstehe ich nicht. Wieso willst Du Dich irgendwo bewerben wenn doch die Firma der Familie Deines Freundes ein Arbeitsvisum für Dich beantragt hat (beantragen will) ????

Ein Arbeitsvisum ist IMMER an einen bestimmten Arbeitgeber gebunden. Solange Du nicht eine Daueraufenthaltserlaubnis (Heirat oder Kind) hast kannst Du Dir nicht einfach nach Belieben den AG aussuchen und wechseln.
Solange Du auf ein Arbeitsvisum angewiesen bist, darfst Du den AG nur mit Erlaubnis des Arbeitsministeriums wechseln. Jedenfalls wenn Du legal arbeiten willst.

Du solltest etwas dankbarer für die Chance sein das sich die Firma Deines Freundes um all den Papierkram, wie Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung kümmern will. Der ganze Aufwand kostet die Firma so an die R$ 6.000,- bis R$ 8.000,-, wenn Sie nicht alles selber macht.
Wenn das wirklich klappen sollte, ist das wie ein 6er im Lotto für Dich. Dann kannst Du erstmal in diesem Job Berufserfahrung sammeln, Kontakte knüpfen und ein Netzwerk aufbauen und ggf. auch dann den AG wechseln. Da Du ja anscheinend erst gerade mit dem Studium fertig bist, wirst Du ja ausser viel Theorie nicht viel vorweisen können für einen potentiellen AG. Da muss man schon jede Chance nutzen die sich einem bietet.

Was machen Deine Sprachkenntnisse? Kannst Du Dich schon auf Portugiesisch verständigen? Nutze doch die Zeit zum Portugiesisch lernen, so kommst Du auch mit anderen Leute in Kontakt.

:cool:
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Re: Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Beitragvon zagaroma » Mi 22. Jan 2014, 14:44

Hallo und willkommen in Brasilien!

Ja, da hast Du natürlich eine Handvoll an der Backe. Die traditionellen, wohlsituierten Familien hier leben abgeschottet und wie im 19. Jahrhundert.

Diese Paranoia ist ziemlich künstlich, es gibt zwar objektiv Gefahren in der Stadt, aber tagsüber und in guten Gegenden ist man sicher. Du kannst im Viertel Jardim de Paulista ohne jede Sorge im Strassencafé sitzen und einkaufen gehen und im Park joggen.

Du kannst sehr wohl ein selbsständiges Leben führen, wenn Dein Freund es akzeptiert und warum sollte er nicht. Die Matriarchen der Familie allerdings werden Dir mit hochgezogenen Augenbrauen begegnen und Dich hinter Deinem Rücken Schlampe und Flittchen nennen. Eine Ausländerin für den Sohnemann ist schon schlimm genug, was kann man da erwarten, warum konnte er nicht ein anständiges brasilianisches Mädchen aus guter Familie wählen, und die läuft auch noch alleine in der Stadt rum, Skandal! Ignorier' es einfach fröhlich, Du bescherst ihrem langweiligen Leben einen neuen, aufregenden Gesprächsstoff.

Was ich nicht verstehe: Du bekommst das Visum, die Aufenthalts/Arbeitsgenehmigung und Gehalt von der Familienfirma, aber niemand scheint in Betracht zu ziehen, dass Du dort auch arbeitest? Warum nicht?

Es gehört auch zum guten Ton, dass die Damen der gehobenen Gesellschaft sich mit Benefits beschäftigen. Sie gründen Klubs zur Unterstützung von Kinderkrankenhäusern, Waisenhäusern und anderem, organisieren Bazars und Fundraising. Frag mal in der Familie, das kann auch eine nützliche und interessante Beschäftigung sein und man trifft die ganze Haute Volée.

Wenn Du andere Deutsche kennenlernen möchtest, geht das sicher über die Pinwand im Konsulat oder der deutschen Schule. Wir haben das hier in Recife so gemacht und es hat wunderbar funktioniert. Schau' mal wo ein Oktoberfest stattfindet oder ob es einen deutschen Metzger oder Bäcker gibt. Die haben viele deutsche Kunden (und irgendwann wirst Du ein richtiges Brot vermissen).

Viel Glück!
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Re: Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 22. Jan 2014, 14:59

Oi Zagaroma
Dein Artikel hat mich sichtlich erfreut. Ich hab zwar so ziemlich das gleiche geschrieben aber habe immer Angst, dass mir keiner die Wahrheit glaubt, dazu noch als Mann.
Dazu hast du das so hübsch ausgedrückt, man da merkt man halt bei dir die weibliche Komponente.

Ich muss allerdings nachtragen dass ich bei meinem Text schon davon ausgegangen bin, dass die beiden schon quasi verheiratet oder zumindest verlobt sind. Das war natürlich zu weit gedacht.

Als "Freundin" mit der Option auf open end kann man sich natürlich besser installieren und auch mal provokativ die Grenzen ausloten und aus dem Ergebnis dann die Konsequenzen ziehen.

Viele Grüße
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Re: Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Beitragvon zagaroma » Mi 22. Jan 2014, 16:02

Oi Trem,

ja, diese Zielgruppe kenne ich ziemlich gut, das sind meine Kundinnen, denen ich italienischen Schmuck verkaufe, und diese Gespräche höre ich ständig (unter uns Weibern).

Für mich ist es von Vorteil, Ausländerin zu sein, das gibt den exotischen Touch. Ausserdem wissen die Damen es zu schätzen, dass Bestellungen immer schnell und pünktlich geliefert werden. Was einige allerdings nicht daran hindert, mir nahezulegen, dass ich bitte den Dienstboteneingang zu benutzen habe. Das ignoriere ich natürlich, ich bin ja nicht der rapaiz vom Supermarkt.

Respekt muss man sich erarbeiten und man wird so behandelt, wie man sich behandeln lässt. Deshalb frequentiere ich auch den Yacht- und Golfklub (als Gast eines deutschen Freundes), da kann ich dann so tun, als gehöre ich dazu. Aber DAS wird einem Ausländer sein Leben lang nicht wirklich gelingen.
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Re: Wie lebe ich mich in São Paulo ein?

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 22. Jan 2014, 16:27

Oi Zagaroma
Als deutscher Mann hat man es wohl da ein bisschen einfacher. Ich galt zwar als Exot, hab aber ein Titelchen und das Signum einer bekannten deutschen Welt-Firma auf der Visitenkarte (wobei ich innerhalb der Firma dann auch nur ein kleines Rädchen bin). Da ich auch noch recht früh halbwegs portugiesisch sprach und von meinen früheren Dienstreisen die Welt kannte wurde ich schon rumgereicht. Man merkt ja, wem man da vorgestellt wird und wer einen privat einläd.

Wobei unser Minas-Tennis-Club zwar die Nr. 1 in Belo Horizonte, aber nicht wirklich prominent ist. Dazu hat man es einfacher, die Leute schauen auf Tennisschläger- und Schuhe und die hatte ich preiswert in Hongkong gekauft. Bei dir ist es schwieriger, weil eine anständige Yacht kann man nicht so schnell organisieren. Ich hab den Club (außer zum Schwimmen) immer als Spielwiese gesehen, diese reichen Säcke vorzuführen. Die haben zwar noch das Geld ihre Vorfahren, aber längst nicht mehr deren Stil bzw. Kultur.
Ein paar suchen immer noch im Duty Free in New York nach dem motorgetriebenen Rollkoffer, von dem ich als neuste Errungenschaft geschwärmt habe. Den wollen jetzt alle haben :D .

Viele Grüße
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