Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

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Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

Beitragvon Revillo » Fr 19. Nov 2010, 14:24

Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist? Gibt es Register, wo zertifizierte und seriöse Makler eingetragen sind? Wenn ja, gibt es wahrscheinlich auch darunter schwarze Schafe. Ist es üblich, dass man eine Reservationsgebühr bezahlen muss, damit eine Wohnung vorläufig reserviert ist, bis man sie definitiv kauft. Wenn das so ist, wie läuft das am sichersten ab? Sperrkonto bei Anwalt vor Ort? Werde ja die Anzahlung nicht einfach ohne Grundbucheintrag dem Verkäufer überweisen.
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Re: Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

Beitragvon dimaew » Fr 19. Nov 2010, 16:47

Der hier corretor genannte Makler ist üblicherweise registriert und zwar bei der CRECI, Conselho Regional de Corretores de Imóveis. Die Registriernummer muss er auch auf seinen Geschäftspapieren und so weiter angeben.
Schwarze Schafe wird es trotzdem geben.
Von einer Gebühr für eine Reservierung habe ich bisher nichts gehört, aber das heißt nicht, dass es sie geben mag.
Üblich ist es hier, den Kaufpreis (an) zu zahlen, wenn die Eintragung im Register vollzogen wird, nicht eher.

Anwälte bieten üblicherweise anders als in Europa keine Treuhand- oder Sperrkonten an.

In einem Kaufvertrag lässt sich allerdings vieles vereinbaren, den musst Du halt im Zweifelsfall sehr genau lesen und den Notar eben fragen, was eine Regelung zu bedeuten hat, wenn Du sie nicht verstehst.
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Re: Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

Beitragvon Revillo » Fr 19. Nov 2010, 16:59

dimaew hat geschrieben:Der hier corretor genannte Makler ist üblicherweise registriert und zwar bei der CRECI, Conselho Regional de Corretores de Imóveis. Die Registriernummer muss er auch auf seinen Geschäftspapieren und so weiter angeben.
Schwarze Schafe wird es trotzdem geben.
Von einer Gebühr für eine Reservierung habe ich bisher nichts gehört, aber das heißt nicht, dass es sie geben mag.
Üblich ist es hier, den Kaufpreis (an) zu zahlen, wenn die Eintragung im Register vollzogen wird, nicht eher.

Anwälte bieten üblicherweise anders als in Europa keine Treuhand- oder Sperrkonten an.

In einem Kaufvertrag lässt sich allerdings vieles vereinbaren, den musst Du halt im Zweifelsfall sehr genau lesen und den Notar eben fragen, was eine Regelung zu bedeuten hat, wenn Du sie nicht verstehst.


Nun, wie läuft den das genau mit der Zahlung ab. Da gehe ich ja ein riesiges Risiko ein, wenn ich den Kaufpreis an den Verkäufer überweise und dieser dann vielen Dank sagt, aber mich nicht als neuen Eigentümer im Grundbuch eintragen lässt. Wie wickle ich das am sichersten und einfachsten aus Europa ab. Bin ja nicht vor Ort. Beste Grüsse
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Re: Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

Beitragvon Itacare » Fr 19. Nov 2010, 17:03

dann am besten mit einem Anwalt, ausgestattet mit entsprechenden Vollmachten. Der Anwalt sagt Dir, wie das abläuft.
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Re: Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

Beitragvon dimaew » Fr 19. Nov 2010, 17:51

Ich glaube, da drehen wir uns etwas im Kreis, wenn man die vorherigen Fragen mit betrachtet. Es ist auch hier nicht üblich, erst zu zahlen und dann die "Ware" zu bekommen. Allerdings gibt es außer den Gerichtskonten keine Treuhandkonten in Brasilien. Der normale Weg wäre, das Geld auf dem eigenen Konto in Brasilien zu parken, dem Verkäufer eine Bestätigung der Bank über das Konto zu zeigen und dann den Vertrag zu schließen. Wenn das Geld beim Anwalt geparkt wird, was ja möglich ist, aber eben nicht getrennt von den sonstigen Geldern des Anwaltes, besteht halt das (sehr kleine) Risiko, dass der Anwalt pleite geht und Gläubiger das Geld pfänden.

Es ist allerdings auch nicht zu empfehlen, es so zu machen wie ich es damals beim Kauf meines Grundstückes gemacht habe. Ich habe bar bezahlt.
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Re: Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

Beitragvon BRASILIANT » Fr 19. Nov 2010, 19:55

Revillo hat geschrieben:
Nun, wie läuft den das genau mit der Zahlung ab. Da gehe ich ja ein riesiges Risiko ein, wenn ich den Kaufpreis an den Verkäufer überweise und dieser dann vielen Dank sagt, aber mich nicht als neuen Eigentümer im Grundbuch eintragen lässt.


Deshalb zahlt man auch nicht alles auf einmal, man macht z.B. eine Anzahlung bei Unterzeichung des Kaufvertrags (CONTRATO DE COMPRA E VENDA) vorzugsweise bei einem Notar, dann eine weitere Zahlung beim Termin zur Überschreibung der ESCRITURA (notarieller Kaufvertrag), bei der Gelegenheit kann man auch gleich den Notar mit der Eintragung des neuen EIgentümers ins Grundbuch (REGISTRO DE IMÓVEIS) vereinbaren. Die Abschlusszahlung dann wenn man die ESCRITURA und den neuen Grundbuchauszug erhält.


Revillo hat geschrieben:
Wie wickle ich das am sichersten und einfachsten aus Europa ab. Bin ja nicht vor Ort. Beste Grüsse


Das geht dann nur mit einer Vertrauensperson die eine Vollmacht (PROCURAÇÃO) hat. Denn wer soll sonst in Deinem Namen agieren und den ganzen Papierkram erledigen und Zahlungen durchführen ? Ganz zu schweigen von der Überprüfung, sprich wer tatsächlich Eigentümer ist, ob der Verkäufer entsprechende Vollmachten hat, wie es mit evtl. Zahlungsrückständen bei Strom- Wasserversorger und der Prefeitura steht. Nicht zu vergessen eine Abfrage bei der Justitz ob evtl. Prozesse gegen den EIgentümer laufen, die es verbieten Immobilien zu veräussern solange der Prozess nicht abgeschlossen ist, etc...
Das kann man nicht von Deutschland aus machen, da muss man selber vor Ort sein, bzw. jemanden bevollmächtigen.

Das ganze kostet dann ein Sümmchen, Anwälte werden sich das sicher nach Arbeitsaufwand und Stunden zahlen lassen, und da könschon mal ein paar Stunden mit Warten vergehen wenn man da bei Notar, Cartório, etc. aufschlägt.


:cool:
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Re: Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

Beitragvon dimaew » Fr 19. Nov 2010, 21:27

BRASILIANT hat geschrieben:...

Revillo hat geschrieben:
Wie wickle ich das am sichersten und einfachsten aus Europa ab. Bin ja nicht vor Ort. Beste Grüsse


Das geht dann nur mit einer Vertrauensperson die eine Vollmacht (PROCURAÇÃO) hat. ...

Das ganze kostet dann ein Sümmchen, Anwälte werden sich das sicher nach Arbeitsaufwand und Stunden zahlen lassen, und da könschon mal ein paar Stunden mit Warten vergehen wenn man da bei Notar, Cartório, etc. aufschlägt.


:cool:


Der beauftragte Anwalt "muss" sogar so abrechnen, denn eine Abrechnung auf Basis des Kaufpreises würde im Zweifel noch teurer. Es gibt hier eine Gebührenordnung für Anwälte, die sich u.a. am Wert der causa bemisst. Der Anwalt hat allerdings den Vorteil, dass er mit Übernahme des Auftrages auch die Haftung für die saubere Ausführung des Auftrages übernimmt. Das ist bei Bevollmächtigung einer Privatperson nicht der Fall.
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Re: Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

Beitragvon Revillo » Sa 20. Nov 2010, 23:26

dimaew hat geschrieben:
BRASILIANT hat geschrieben:...

Revillo hat geschrieben:
Wie wickle ich das am sichersten und einfachsten aus Europa ab. Bin ja nicht vor Ort. Beste Grüsse


Das geht dann nur mit einer Vertrauensperson die eine Vollmacht (PROCURAÇÃO) hat. ...

Das ganze kostet dann ein Sümmchen, Anwälte werden sich das sicher nach Arbeitsaufwand und Stunden zahlen lassen, und da könschon mal ein paar Stunden mit Warten vergehen wenn man da bei Notar, Cartório, etc. aufschlägt.

:cool:


Der beauftragte Anwalt "muss" sogar so abrechnen, denn eine Abrechnung auf Basis des Kaufpreises würde im Zweifel noch teurer. Es gibt hier eine Gebührenordnung für Anwälte, die sich u.a. am Wert der causa bemisst. Der Anwalt hat allerdings den Vorteil, dass er mit Übernahme des Auftrages auch die Haftung für die saubere Ausführung des Auftrages übernimmt. Das ist bei Bevollmächtigung einer Privatperson nicht der Fall.


Hm, das tönt nicht gerade einfach ;-) Nun, bei einem Kaufpreis von REALS 400'000.-- kommen ca. 8 % für Notariatskosten, Marinesteuer, Steuern, Grundbucheintrag dazu, richtig? Mit wieviel Reals muss ich wohl noch für die vollumfänglichen Abklärungen der Risiken einberechnen? Besten Dank
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Re: Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

Beitragvon dimaew » So 21. Nov 2010, 01:07

Für den Bundesstaat São Paulo schlägt die zuständige OAB folgendes vor

Gebührentabelle OAB-SP hat geschrieben:95 – DOCUMENTAÇÃO IMOBILIÁRIA ...:

a) estudo ou organização de documentação imobiliária, mínimo R$ 1.066,70 (o estudo e a organização não compreendem a extração da respectiva documentação);

b) elaboração de contrato: 2% do seu valor, mínimo R$ 1.066,70 ;

c) quando o trabalho envolver as duas tarefas, mínimo de 3%.


würde in Deinem Fall mindestens 12.000 R$ bedeuten. ich würde an Deiner Stelle versuchen, den Anwalt auf diesen Satz als Festbetrag festzunageln. Damit ist er im Zweifel gut bedient.
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Re: Wie prüfe ich, ob ein Makler seriös ist?

Beitragvon Revillo » So 21. Nov 2010, 13:35

dimaew hat geschrieben:Für den Bundesstaat São Paulo schlägt die zuständige OAB folgendes vor

Gebührentabelle OAB-SP hat geschrieben:95 – DOCUMENTAÇÃO IMOBILIÁRIA ...:

a) estudo ou organização de documentação imobiliária, mínimo R$ 1.066,70 (o estudo e a organização não compreendem a extração da respectiva documentação);

b) elaboração de contrato: 2% do seu valor, mínimo R$ 1.066,70 ;

c) quando o trabalho envolver as duas tarefas, mínimo de 3%.


würde in Deinem Fall mindestens 12.000 R$ bedeuten. ich würde an Deiner Stelle versuchen, den Anwalt auf diesen Satz als Festbetrag festzunageln. Damit ist er im Zweifel gut bedient.


Hi, vielen Dank. Uff, das ist aber ein Stange Geld. Ist da die Verschreibung und sämtliche Notariatsgebühren inklussive? Zusätzlich muss ich dann noch mit 5-7 % rechnen für Grundbucheintrag, Marine Steuer, etc.?

beste Grüsse
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