Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

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Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

Beitragvon donesteban » Sa 14. Jun 2008, 13:09

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber in meinem Bekanntenkreis gibt es einen enormen Erklärungsbedarf wie es in Brasilien tatsächlich ist. Klar, wer weis das schon, wie es in Brasilien wirklich ist, jedoch sollte ein "Brasilienfreund" doch ein realistischeres Bild von seinem geschätzten Land haben, in dem er Freunde oder gar Familie hat, als der Fernsehzuschauer und Türkei-Urlauber (ohne Wertung gemeint).

Klar, mit an erster Stelle steht die hohe Kriminalität. "Es sei ja so gefährlich, wie kann man sich da nur wohl fühlen, hast Du keine Angst?", sind einige typische Fragen. Ich antworte darauf, dass die Kriminalität in vielen brasilianischen Großstädten tatsächlich sehr hoch sei, dass Brasilien jedoch ein enorm großes Land sei und dass es auch Regionen gibt, wo Kriminalität kaum vor kommt. Und auch in den Ballungszentren kann man sich einigermaßen sicher bewegen, wenn man einige Grundregeln beachtet.

Noch wichtiger bei diesem Thema ist mir, die Ehrlichkeit der ganz normalen Bevölkerung hervorzuheben. Ich bin immer wieder erstaunt, wie grundehrlich einige meiner Freunde und Freundinnen sind. Wenn ein Kellner oder eine Kassiererin zuviel heraus gibt, dann wird ohne nachzudenken darauf hingewiesen. Wenn jemand was liegen lässt, dann wir er gerufen usw. Auch im Dienstleistungsbereich läuft alles sehr korrekt. Mich hat praktisch niemals ein Taxifahrer versucht zu bescheißen. Wenn Wechselgeld fehlt, wir oft anstandslos abgerundet usw.

Ich will meinen Bekannten mit diesen Beispielen keinesfalls vorgaukeln, Brasilien sei ein Paradies. Ich will damit nur deutlich machen, dass es zwar eine hohe Kriminalität gibt, dass es jedoch abseits der Kriminalität oder meinetwegen auch zwischendrin ein ganz normales, liebenswertes Brasilien gibt.

Dann geht es manchmal von den durch die Polizei ermordeten Straßenkindern zur allgegenwärtigen Prostitution. "Ein Land in dem systematisch Kinder von der Polizei ermodert werden, wie kann man denn da hin gehen? Wo kleine Mädchen und Jungs auf den Strich gehen, damit sie nicht verhungern, wie kann man sich da wohl fühlen?"

Zum Wahrheitsgehalt und vor allem zum Ausmaß dieser "Strassenkindergeschichte", kann ich mangels wirklicher Information nicht viel sagen. Ich sage jedoch, es sei ein (schrecklich, trauriges) Randphänomen, aufgebauscht und weltweit verbreitet durch die Medien. Ich halte dagegen, dass alle Brasilianer die ich kenne sehr kinderlieb sind und auch Straßenkinder anständig behandelt werden, z.B an der Strandbarracke mal mitessen dürfen usw. Ich sage, dass ich Gewalt gegen oder das Wegjagen von Straßenkindern aus meinem Umfeld überhaupt nicht kenne. Im Gegenteil, armen Nachbarskindern wird geholfen. Die nimmt man mal mit in den "Aquapark" oder zu "Mac Donalds" (keinen Ahnung, warum das bei den Kids so ankommt) und setzt sie mit an den Mittagstisch. Etwas, dass es bei uns eher sehr selten gibt.

Ja und das leidige Thema der Prostitution. Hier halte ich nicht dagegen. Es ist halt so und der billige Straßenstrich, gespeist durch Mädchen aus den ärmlichsten Verhältnissen und "konsumiert" von genauso "ärmlichen" Gestalten, die das Glück haben ein paar Kröten mehr zu besitzen, ist in den Großstädten tatsächlich allgegenwärtig. Damit muss man leben und umgehen können. Und man sollte das auch nicht verharmlosen sondern als Tatsache und traurigen Missstand einfach so stehen lassen.

Ich nehme das Thema dann gerne, um einem latenten Vorurteil vorzubeugen. Selbst viele "Brasilienfreunde" hier springen auf dieses Vorurteil an. Alle Brasilianerinnen seinen leicht zu haben - um nicht zu sagen Schlampen - nur hinter dem Gringo-Geld her, hängen dir Kinder an und wollen mit Dir nach DE um in Saus und Braus zu leben. Da fange ich dann gerne an zu schwärmen, und versuche zu erklären, dass brasilianische Frauen eben anders sind. Nicht besser, geiler oder weniger emanzipiert. Anders eben.

Ich beschreibe, dass ich beispielsweise die andere Art sich zu berühren, sich zu nähern mag. Generell ist der Körperkontakt in Brasilien ausgeprägter. Man fasst sich an, man gibt "carinhos", jung oder alt, mit oder ohne "Hintergedanke". Man kann ein nettes, hübsches Mädchen spontan anlächeln und bekommt ein Lächeln zurück. Komplimente werden sehr gerne angenommen. Man kann sich beim Tanzen lieben lernen, man kann Tage, ja sogar Wochen "namorados" sein, bevor es wirklich "konkret" wird und man kann diese Zeit ebenfalls genießen, wenn man sich wirklich gerne hat. Man kann, wenn man es spürt, sich auch sofort lieben. Man kann auch mal abblitzen, aber oft auf eine nette Art. Dies ist sicherlich nicht alles brasilienspezifisch, jedoch mit der "brasilianischen Art" eben etwas anders als anderswo. Brasilien ist sehr, sehr sinnlich...

Manch einer hier, der "alle Brasilianerinnen" abschleppen kann und sich einen längeren Flirt als 35 Minuten kaum vorstellen kann, würde seinen Freunden sicherlich ein anderes Bild vermitteln wollen. Kein Wunder. Diese Dinge sind individuell und persönlich und es gibt kein Besser sondern nur ein Anders. Aber Brasilianerinnen sind anders. Da bin ich mir sicher.

Ich versuche dann auch zu vermitteln, das Brasilianerinnen generell liebe und starke Frauen sind. Wer ihre Art mag, sie respektiert und auch seinen Mann steht (schwache Männer gibt es in Brasilien bereits zur Genüge), der bekommt Liebe und Solidarität (das Wort Treue wollte ich hier nicht verwenden) zurück. Wer einmal hinter die Kulissen der brasilianischen Durchschnittsfamilie schaut, wird verstehen, wer die eigentlich Stütze der brasilianischen Gesellschaft ist. Und vor diesem Hintergrund ziehe ich auch vor einer "arbeitenden" Strassenhure meinen Hut!

Spätestens jetzt werden die Leute nachdenklich und denken auch mal an die schönen Klischees. Beim Fußball steige ich aus, da mich der nicht interessiert. Zu der legendären Lebensfreude die sich für den Europäer im Samba enredo und den tanzenden Mulattas mit den prächtigen Fantasias manifestiert, äußere ich mich jedoch gerne.

Zunächst versuche ich die Vielfalt der brasilianischen Musik zu vermitteln. Dass es neben dem erzählenden Carnalval-Samba zig andre Samba Stile gibt, dass beispielsweise der Bossa Nova ein Samba ist bzw. aus dem Samba entstanden ist, dass Samba auch viel zu zweit und teilweise sehr langsam getanzt wird (z.B. samba de gafiera), dass neben Samba massenhaft andere Musikrichtungen und Tänze existieren, dass eigentlich mehr Brega oder Forro, als Samba getanzt wird (jedenfalls bei mir im Nordosten) usw. mach die Leute dann schon Neugierig.

Erstaunte Gesichter sieht man, wenn man klar stellt, dass viele Brasilianer überhaupt nicht tanzen können und dass die hinternwackelnden Mulattas auf dem deutschen Dorf-Brasilienfest auch nicht tanzen können. Das passt irgendwie gar nicht ins Klischee :-)

Ich könnte hier noch kilometerlang weiter schreiben. Dafür fehlt mir aber die Zeit und Euch würde es sicher langweilen, falls nicht schon geschehen. Ich überlasse nun lieber Euch das Wort. Es würde mich interessieren, zu welchen Themen Ihr oft gefragt werdet oder welche Dinge Ihr Euren Freunden und Bekannten gerne erzählt. Auch von den eher Kritischen unter uns würde ich gerne wissen, ob Ihr die Kritik so unverblümt an "Nichtkenner" weiter gebt oder wie Ihr eure kritische Einstellung kommuniziert.
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Re: Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

Beitragvon nini » Sa 14. Jun 2008, 13:57

=D> =D> =D>
ich finde gut wie du eben diese '?' wiedersprüchliche bild von brasilien darstellst. parabens
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Re: Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

Beitragvon supergringo » Sa 14. Jun 2008, 14:00

Klar, dass ich einer der ersten bin, der antwortet.

Die hohe Kriminalität
"Auch in den Ballungszentren kann man sich einigermaßen sicher bewegen, wenn man einige Grundregeln beachtet."
Das halte ich für sehr optimistisch. Ich denke, langfristig bleibt es Glücksache.

Die Ehrlichkeit der ganz normalen Bevölkerung
Ich habe solche und solche Erfahrungen gemacht. Die Positiven überwiegen. Auch bei den Taxistas. Trotzdem, ich höre immer wieder, gerade von den Ehemännern hier in Europa, dass ihnen die kleinen Notlügen auf die Senkel gehen. Ist aber vielleicht eine Mentalitätsfrage, damit umzugehen. Zudem ist es natürlich ein Volkssport, Touristen auszunehmen. Aber das ist in Italien auch nicht anders. In Frankreich oder Spanien ist mir das persönlich allerdings noch nie passiert.

"Ich will damit nur deutlich machen, dass es zwar eine hohe Kriminalität gibt, dass es jedoch abseits der Kriminalität oder meinetwegen auch zwischendrin ein ganz normales, liebenswertes Brasilien gibt."
Das ist ja ein Widerspruch. Es gab auch im Dritten Reich durchaus für viele ein (scheinbar) "normales" Leben … ich weiß, der Vergleich ist zu heftig, aber das Leben in Brasilien ist gerade aufgrund des Sicherheitsaspekts oft eingeschränkt. In der Wohnung, im Auto, beim Busfahren, bei der Uhrzeit, auf der man nicht auf die Straße gehen sollte, Stichworte Kleidung, Schmuck, Wertgegenstände, Kinder.

Durch die Polizei ermordeten Straßenkindern
Ja, da sind wir in Europa wahrscheinlich einer Ente aufgesessen. In Wahrheit wurden wahrscheinlich blutjunge Drogenbanden-Miglieder liquidiert. Viel besser klingt das aber auch nicht.

Prostitution
"Ein Land in dem systematisch Kinder von der Polizei ermodert werden, wie kann man denn da hin gehen? Wo kleine Mädchen und Jungs auf den Strich gehen, damit sie nicht verhungern, wie kann man sich da wohl fühlen?"
Da empfehle ich Dir den Film "In Thailand schenkt man keine Blumen". Das verstehen Schwarz-Weiß-Denker in Europa nicht.

"Zum Wahrheitsgehalt und vor allem zum Ausmaß dieser "Strassenkindergeschichte", kann ich mangels wirklicher Information nicht viel sagen."
Ich schon. Es gibt gar nicht so viele Straßenkinder, die kein Dach unter dem Kopf hätten. Sie lungern halt tagsüber an den Stränden oder im Zentrum rum, weil’s da mehr zu holen gibt. Deren Prostitution unterteilt sich meines Wissens hauptsächlich auf zwei Arten: Straßenstrich entlang der Ausfallstraßen und Gelegenheit. Der Freier geht aktiv auf die Kinder zu oder Mami empfiehlt, mit dem lieben Onkel mit zu gehen.

"Alle Brasilianer die ich kenne sehr kinderlieb sind und auch Straßenkinder anständig behandelt werden, z.B an der Strandbarracke mal mitessen dürfen usw."
Wenn ich ehrlich bin, habe ich das nur bei Nutten beobachtet und bei einigen Touristen. Ich mache das immer so.

"Im Gegenteil, armen Nachbarskindern wird geholfen. Die nimmt man mal mit in den "Aquapark" oder zu "Mac Donalds" (keinen Ahnung, warum das bei den Kids so ankommt) und setzt sie mit an den Mittagstisch. Etwas, dass es bei uns eher sehr selten gibt."
Das kann ich bestätigen.

"Ja und das leidige Thema der Prostitution. Hier halte ich nicht dagegen. Es ist halt so und der billige Straßenstrich, gespeist durch Mädchen aus den ärmlichsten Verhältnissen und "konsumiert" von genauso "ärmlichen" Gestalten, die das Glück haben ein paar Kröten mehr zu besitzen, ist in den Großstädten tatsächlich allgegenwärtig."
Das Thema ist zu komplex als wieder nur die Freier als ärmliche Charakterschweine zu bezeichnen. Stichworte sind Schulsystem und warum das Schulsystem so angelegt ist, wie es ist, Mindestlohn, aber leider auch oft die fehlende Grundeinstellung. Höschen runter erscheint halt wesentlich einfacher, als in die Hände spucken. Und Straßenstrich ist das Eine. Aber die Gesellschaft ist ja geradezu flächendeckend infiltriert. Allerdings fängt das heute bei uns auch langsam, aber sicher an. Geh heute mal in Frankfurt in eine Disko. 1/3 der Mädchen lässt sich kaufen.

"Alle Brasilianerinnen seinen leicht zu haben - um nicht zu sagen Schlampen - nur hinter dem Gringo-Geld her, hängen dir Kinder an und wollen mit Dir nach DE um in Saus und Braus zu leben."
Da gebe ich Dir recht, das ist in Deutschland nicht viel anders, als in Brasilien.

"Da fange ich dann gerne an zu schwärmen, und versuche zu erklären, dass brasilianische Frauen eben anders sind. Nicht besser, geiler oder weniger emanzipiert. Anders eben.
Hehe, da fällt mir ein: „Ja, meine ist anders“. Spaß beiseite. Das ist Geschmacksache, Typfrage, man muss den Einzelfall beleuchten. Eine deutsche Frau ist, glaube ich, insgesamt die bessere Partnerin, eine Brasilianerin macht mehr Freude, ich meine das ausdrücklich nicht in Bezug auf Sex.

"Ich beschreibe, dass ich beispielsweise die andere Art sich zu berühren, sich zu nähern mag. Generell ist der Körperkontakt in Brasilien ausgeprägter. Man fasst sich an, man gibt "carinhos", jung oder alt, mit oder ohne "Hintergedanke". Man kann ein nettes, hübsches Mädchen spontan anlächeln und bekommt ein Lächeln zurück. Komplimente werden sehr gerne angenommen. Man kann sich beim Tanzen lieben lernen, man kann Tage, ja sogar Wochen "namorados" sein, bevor es wirklich "konkret" wird und man kann diese Zeit ebenfalls genießen, wenn man sich wirklich gerne hat. Man kann, wenn man es spürt, sich auch sofort lieben. Man kann auch mal abblitzen, aber oft auf eine nette Art. Dies ist sicherlich nicht alles brasilienspezifisch, jedoch mit der "brasilianischen Art" eben etwas anders als anderswo."
100% Deine Meinung. Residents sind dabei aber natürlich klar im Vorteil. Zeitaspekt, mehr Asse im Ärmel etc.

"Manch einer hier, der "alle Brasilianerinnen" abschleppen kann und sich einen längeren Flirt als 35 Minuten kaum vorstellen kann, würde seinen Freunden sicherlich ein anderes Bild vermitteln wollen. Kein Wunder. Diese Dinge sind individuell und persönlich und es gibt kein Besser sondern nur ein Anders. Aber Brasilianerinnen sind anders. Da bin ich mir sicher."
100% Deine Meinung.

"Ich versuche dann auch zu vermitteln, das Brasilianerinnen generell liebe und starke Frauen sind. Wer ihre Art mag, sie respektiert und auch seinen Mann steht (schwache Männer gibt es in Brasilien bereits zur Genüge), der bekommt Liebe und Solidarität (das Wort Treue wollte ich hier nicht verwenden) zurück. Wer einmal hinter die Kulissen der brasilianischen Durchschnittsfamilie schaut, wird verstehen, wer die eigentlich Stütze der brasilianischen Gesellschaft ist. Und vor diesem Hintergrund ziehe ich auch vor einer "arbeitenden" Strassenhure meinen Hut!"
100% Deine Meinung. Meine „Namoradas“ waren bis auf eine Ausnahme alles Voll- oder Semiprofis. Ich konnte mich immer 100% auf sie verlassen, sie haben mir geholfen, wenn es mir dreckig ging, sie haben mich beschützt, vor Dummheiten bewahrt, die Sprache beigebracht, sie haben mich nicht beklaut. In den Hotels, Motels und Apartments mit 24-Porteiro habe ich sie grundsätzlich als „meine Frau“ vorgestellt, auch wenn das natürlich niemand wirklich annahm. Und ich habe im Zweifelsfalle das Personal angewiesen, dass meiner Frau jederzeit den Zimmerschlüssel auszuhändigen ist. Es gab Situationen, da wurde das ausgenutzt. Also der Schlüssel ohne meine Anwesenheit verlangt. Bis heute habe ich damit nie ein Problem gehabt.

"Samba enredo und den tanzenden Mulattas mit den prächtigen Fantasias manifestiert, äußere ich mich jedoch gerne."
So begeisternd das auch ist - und Du persönlich hast den Vorteil, den wirklich tollen Carnaval in Pernambuco zu genießen -, es ist eine der Drogen, die das Volk davon abhält, ein bisschen selbst etwas an der Misere ihres Landes zu ändern.

"Ich könnte hier noch kilometerlang weiter schreiben. Dafür fehlt mir aber die Zeit und Euch würde es sicher langweilen, falls nicht schon geschehen."
Du weißt ganz genau, dass Du uns nicht langweilst. Dein Statement war überfällig. Sehr schade, dass es so wenige Residents gibt, die so was tun.
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Re: Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

Beitragvon dietmar » Sa 14. Jun 2008, 14:19

Sehr schön geschrieben, vielen Dank. Hättest ruhig mehr schreiben können, mich langweilst du damit ebenfalls nicht. Kann dies eigentlich nur so bestätigen ... weitermachen! =D>

Bei Strassenkindern, Strassenstrich und Touristennepp kann ich jedoch hier aufgrund der Nichtexistenz nur bedingt mitreden ...
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Re: Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

Beitragvon ana_klaus » Sa 14. Jun 2008, 14:41

oi donsteban,
ich teile Deine Einschätzung 100%ig.

Die Kenntnisse über Br. beschränkt sich bei meinen Bekannten auf halbnackte Morenas, Favelas und Kriminalität. Übelnehmen
kann ich es ihnen nicht, die Medien verstärken diese Vorurteile. Seit 10 Jahren bin ich missionarisch tätig, erfolgreich aber nur
bei denen, die mich in Br. besucht haben und mit Verwunderung feststellen konnten, dass es auch eine andere Seite von meiner 2. Heimat gibt, nämlich liebenswerte,offene, hilfsbereite Menschen ,die unbeschreibliche Vielfalt von Fauna und Flora.
Ich erkläre immer wieder, dass es diese in den Köpfen festgemeisselten Dinge gibt, man kann dem aber ausweichen, indem die
von vielen "Brasilienfreunden" geliebten und bevorzugten Locations gemieden werden.

Fakt ist-meine Bekannten, die mich in Br. besuchten, haben heute ein anderes Bild von Br.

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Re: Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

Beitragvon tinto » Sa 14. Jun 2008, 15:49

Ach ja, mich wundert weder dieses Bild, das die Menschen von einem Land haben, noch habe ich Verständnis für eure Unverständnislosigkeit. Mal ehrlich, als ihr das Land noch nicht kanntet, war euer Bild doch auch von Klischees geprägt, so wie jedes Land eben mit solchen bedacht wird. Oftmals haben sie ja auch ihre Berechtigung oder werden durch Erzählungen beprägt.

Was denken denn die Amerikaner, einschließlich der Brasilianer von Deutschland?

Sauerkraut, Lederhosen, Blaskapellen, Berge, jeder hat schnelle Autos, sogar die Polizei fährt mit BMW und Mercedes zum Tatort...? Deutsche Frauen sind blond und rasieren sich nicht im Intimbereich? Deutsche duschen maximal einmal pro Woche und sind geizig? Ausländer hasst man und Hitler verehrt man? Ist es das was viele von Deutschland denken?

Was denkt ihr über Japaner? Essen Italiener wirklich viel Pizza, mögen alle Spanier Stierkämpfe? Essen Amerikaner nur fastfood? Essen Chinesen Hunde und Katzen? Holländer und Franzosen mögen Käse? Was sagt man den Portugiesen nach? gibt es den britischen Humor wirklich bei jedem Engländer?
Zuletzt geändert von tinto am Sa 14. Jun 2008, 15:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

Beitragvon ana_klaus » Sa 14. Jun 2008, 15:54

oi tinto

Thema verfehlt, hier und heute geht es um Brasilien :D

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Re: Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

Beitragvon tinto » Sa 14. Jun 2008, 15:59

ana_klaus hat geschrieben:oi tinto

Thema verfehlt, hier und heute geht es um Brasilien :D

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Naja un deswegen meine ich ist es völlig in Ordnung was die Leute denken, weil umgekehrt ist es ja auch so. Und ganz klar geht es dabei auch um Brasilien, falls du das nicht verstanden hast.

Also noch einmal: Was denken denn die Brasis (= Leute in oder aus Brasilien!!!) von Deutschland und der Welt?

Und noch mal lesen: Ich fragte auch danach, was dachtet ihr denn, was hattet ihr den für Fragen, bevor ihr das erste Mal in Brasilien gewesen seid?
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Re: Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

Beitragvon ana_klaus » Sa 14. Jun 2008, 16:09

na klar tinto,

es ist ja auch einfacher, ohne eigene Erfahrung, Vorurteile zu bedienen. Bedauerlicherweise erschweren wir unser Zusammenleben durch eben diese Voreingenommenheit. Tolleranz und Verständnis für die jeweilige Kultur und Historie
sind die Zauberworte.

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Re: Wie sich meine Bekannten Brasilien vorstellen

Beitragvon amarelina » Sa 14. Jun 2008, 17:26

danke donesteban für deinen post, im wesentlichen bin ich ganz deiner meinung.

ich wurde auch oft von bekannten und freunden gefragt warum denn ausgerechnet Brasilien? da ist es doch heiss (Nordosten) und klebrigfeucht, es ist gefährlich und rollstuhltechnisch gesehen der supergau....aber fast nirgendwo sonst habe ich soviel spontane hilfsbereitschaft bekommen, auch wenn es manchmal nach einer abenteuerlichen zirkusnummer aussah, nirgendwo sonst bekam ich soviel anerkennung nur aus einem einzigen grund, nämlich dem dass ich genau wie die mehrheit der Brasilianer selbst, lache und wiederaufstehe, wenn es mir das leben wieder einmal um die ohren haut....

ich mag diese sinnliche, schwülheisse von tausend düften durchtränkte wabernde hitze.... gut für eine kopflastige Europäerin, gut auch, sich der bewunderung und den freimütigen komplimenten hinzugeben ohne nachzudenken...

wie soll man das einem Europäer erklären, der noch nie dieses etwas, dieses nicht so ganz fassbare, was Brasilien ausmacht, erlebt, erschmeckt, erfühlt hat?

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