Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Re: Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Beitragvon Frankfurter » Di 24. Jan 2012, 18:19

Ich möchte auf folgenen Tset, der in amerk. Gefängnissen durchgefürt wurde hinweisen.

Man hat dort verschiedenen Gefangenen Bilder / Film von verschiedenen Menschen gezeigt. Die Gefangenen wurde aufgefordert, die Menschen zu bezeichnen, bei denen man einen Überfall als "sinnvoll" durchführen würde. Ergebnis: Es gibt Menschen die durch Gang, Körperhaltung usw. für Verbrecher "einfacher" erscheinen, und überfall diese. Andere kommen nicht in Betracht.
Frankfurter
 
Beiträge: 948
Registriert: Mo 1. Jan 2007, 18:14
Bedankt: 180 mal
Danke erhalten: 191 mal in 158 Posts

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Beitragvon zagaroma » Di 24. Jan 2012, 18:29

Frankfurter hat geschrieben:Ich möchte auf folgenen Tset, der in amerk. Gefängnissen durchgefürt wurde hinweisen.

Man hat dort verschiedenen Gefangenen Bilder / Film von verschiedenen Menschen gezeigt. Die Gefangenen wurde aufgefordert, die Menschen zu bezeichnen, bei denen man einen Überfall als "sinnvoll" durchführen würde. Ergebnis: Es gibt Menschen die durch Gang, Körperhaltung usw. für Verbrecher "einfacher" erscheinen, und überfall diese. Andere kommen nicht in Betracht.



Das ist ja interessant!!! Gibt es irgendwo Einzelheiten ùber diesen Test zu lesen?
before you abuse,
critizise or accuse
walk a mile in my shoes
Benutzeravatar
zagaroma
 
Beiträge: 2032
Registriert: Do 5. Mär 2009, 18:46
Wohnort: Olinda/Janga
Bedankt: 736 mal
Danke erhalten: 1262 mal in 679 Posts

Re: Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Beitragvon karlnapp » Di 24. Jan 2012, 19:03

Längst nicht einzig durch illegale Gewaltkriminalität, sondern auch durch das völlig legale, jedoch ungewohnte bras. Arbeitsrecht, kann ein Gringo in Brasilien zu Schaden kommen, wie das folgende Beispiel aufzeigt:

Hat der Brasilien-Neubürger sich erst mal in seinem „Trautes-Heim-Glück-Allein-Domizil“ häuslich eingerichtet, so kommt bei ihm recht bald die verständliche Neugier der Erkundung seiner nächsten Umgebung auf oder es stellt sich gar eine vorher niemals für möglich gehaltene, unstillbare Sehnsucht nach seiner alten Heimat ein.
Trotz der hierzulande oftmals üblichen meterhohen, sichtversperrenden und Stacheldraht-bewehrten Mauern um das Grundstück, zusammen mit einer Alarmanlage auf dem neuesten Stand der Technik incl. Kameras und Alarmbeleuchtung, wagt der Neuling nicht, sein idyllisches Heim sich selbst zu überlassen.
Die rettende Idee kommt der bras. Ehefrau, die empfiehlt einen, ohnehin in schlechten Wohnverhältnissen lebenden, Verwandten als Mitbewohner des Hauses aufzunehmen. Somit ist das Häuslein dann, rund um die Uhr, ständig sicher bewohnt. Bis eines fernen Tages der Verwandte, seines goldenen Gringo-Käfigs überdrüssig, das Weite sucht. Kein Problem, innerhalb der zahlreichen Verwandtschaft der Ehefrau, wird rasch Ersatz gefunden.
Ja und eines schönen Tages flattert dann ein Brieflein vom bras. Arbeitsgericht ins Haus, in dem der hilfsbereite deutsche Idealist darüber aufgeklärt wird, dass er einem stillschweigenden Arbeitsvertrag zugestimmt hat und für dessen Kosten er jetzt gefälligst aufzukommen habe. Teurer Spaß, sogar bei einem salario minimo, zusätzlich INSS-Beitrage, Urlaub und dreizehntes Monatsgehalt. Der Neuling macht auf diese Weise Bekanntschaft mit dem Lieblingssport der Unterklasse-Brasilianer, dem Gang zur „justica trabalhista“, von dem ihm seine treue Ehefrau vorher kein Sterbenswörtchen mitgeteilt hatte.

Und wer einem solchen Horrorszenario absolut keinen Glauben schenken möchte, dem sei noch gesagt, dass ein hiesiger Arbeitsrichter einen kleinen Fußballverein fast in den Ruin trieb, nur weil der duldete, dass ein Nachbarjunge über Jahre hinaus Bälle zurückwarf, die versehentlich auf dem Grundstück seiner Eltern landeten. Der Richter bewertete diese Tätigkeit, als ein vollzogenes, stillschweigendes Arbeitsverhältnis.
Benutzeravatar
karlnapp
 
Beiträge: 909
Registriert: Mo 31. Jan 2011, 13:28
Wohnort: Minas Gerais
Bedankt: 93 mal
Danke erhalten: 72 mal in 70 Posts

Re: Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Beitragvon zagaroma » Di 24. Jan 2012, 19:50

karlnapp hat geschrieben:Und wer einem solchen Horrorszenario absolut keinen Glauben schenken möchte,


Was soll denn daran ein Horrorszenario sein? Der brasilianische Arbeitnehmer hat nun mal Rechte, die ihm das Arbeitsgericht zuspricht, wenn sie nicht eingehalten werden. Leute, die denken, ein armer Brasi muss vor Dankbarkeit weinen, wenn er in ihren schònen Hàusern 24 Stunden lang wohnen und arbeiten darf und dafùr hin und wieder mal 20 Reais in die Hand bekommt, werden eben des Besseren belehrt.

Ich habe meinen caseiro nach 2 Jahren rausgeschmissen, weil er immer fauler und respektloser wurde, der hat auch erwogen, mich zu verklagen, aber da ich ihm jeden Real, der ihm rechtmàssig zustand, bezahlt hatte (Gehaltsabrechnungen vom Steuerberater gemacht), ist er damit nirgendwo hingekommen.

In keinem Land der Welt darf man so blauàugig sein, Hàuser zu kaufen, Firmen zu grùnden und Leute einzustellen, ohne enge Zusammenarbeit mit einem lokalen Rechtsanwalt und einem Steuerberater! Das ist doch normal!
before you abuse,
critizise or accuse
walk a mile in my shoes
Benutzeravatar
zagaroma
 
Beiträge: 2032
Registriert: Do 5. Mär 2009, 18:46
Wohnort: Olinda/Janga
Bedankt: 736 mal
Danke erhalten: 1262 mal in 679 Posts

Re: Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Beitragvon karlnapp » Di 24. Jan 2012, 20:20

zagaroma hat geschrieben:Ich habe meinen caseiro nach 2 Jahren rausgeschmissen, weil er immer fauler und respektloser wurde, der hat auch erwogen, mich zu verklagen, aber da ich ihm jeden Real, der ihm rechtmàssig zustand, bezahlt hatte (Gehaltsabrechnungen vom Steuerberater gemacht), ist er damit nirgendwo hingekommen.
Ein erfahrener bras. Arbeitgeber von Hausangestellten wird dem „caseiro“, trotz der eindeutigen, für ihn sprechenden Rechtslage, eine kleine Abfindung anbieten und auch sein Rechtsanwalt wird ihm sicher dringend zu diesem Schritt raten. Weiß doch keine andere Person, außer den eigenen Familienangehörigen, besser über die Gewohnheiten und die evtl. Zugangsmöglichkeiten des Hauses Bescheid. Eine möglichst friedvolle Beendigung von Arbeitsverhältnissen, speziell mit Hausangestellten, wird daher üblicherweise bevorzugt.
Benutzeravatar
karlnapp
 
Beiträge: 909
Registriert: Mo 31. Jan 2011, 13:28
Wohnort: Minas Gerais
Bedankt: 93 mal
Danke erhalten: 72 mal in 70 Posts

Re: Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Beitragvon zagaroma » Di 24. Jan 2012, 21:41

karlnapp hat geschrieben:Ein erfahrener bras. Arbeitgeber von Hausangestellten wird dem „caseiro“, trotz der eindeutigen, für ihn sprechenden Rechtslage, eine kleine Abfindung anbieten und auch sein Rechtsanwalt wird ihm sicher dringend zu diesem Schritt raten. Weiß doch keine andere Person, außer den eigenen Familienangehörigen, besser über die Gewohnheiten und die evtl. Zugangsmöglichkeiten des Hauses Bescheid. Eine möglichst friedvolle Beendigung von Arbeitsverhältnissen, speziell mit Hausangestellten, wird daher üblicherweise bevorzugt.


Na klar, ich hab' ihn auch nicht mit "justa causa" rausgeschmissen, obwohl ich die Elemente dazu hatte, sondern ganz normal entlassen (erfordert mehr Papierkram und Aufwand als eine Scheidung!). Er hat dann die 30-Tage-Frist (ohne zu arbeiten) noch bezahlt bekommen, insgesamt war der letzte Scheck ùber 1000 R$, was ja keine wirklich kleine Abfindung ist. Stand ihm aber rechtmàssig zu.

Die Schlòsser haben wir natùrlich gleich ausgewechselt.

Es war seine erste Anstellung (21 Jahre) und deshalb rufen jetzt alle neuen Arbeitgeber, bei denen er sich bewirbt, erstmal bei mir an fùr Referenzen. Schon deshalb wird er mich auch weiterhin nicht verklagen (2 Jahre haben sie Zeit), weil ich ihm sonst jede neue Arbeitsstelle versauen kann, indem ich die Leute warne.

Merke: ohne Druckmittel versuchen auch die "treuesten" Hausangestellten meistens, noch wenigstens ein bisschen Geld aus den "reichen Gringos" herauszupressen. Da kennen wir viele Beispiele. Immer schòn das Messer beim Griff behalten, keine illegalen Arbeitsverhàltnisse eingehen!
before you abuse,
critizise or accuse
walk a mile in my shoes
Benutzeravatar
zagaroma
 
Beiträge: 2032
Registriert: Do 5. Mär 2009, 18:46
Wohnort: Olinda/Janga
Bedankt: 736 mal
Danke erhalten: 1262 mal in 679 Posts

Re: Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Beitragvon Itacare » Di 24. Jan 2012, 21:55

Gut dass auch hiervor gewarnt wird. Würde ich mal erfolgreich überfallen werden, würde mich das bei dem, was ich im Schnitt bar bei mir trage, auf meine Aufenthaltstage umgerechnet 2 bis 3 Centavos je Tag kosten – kein Grund zur Aufregung oder Ergreifung besonderer Sicherheits- oder Abwehrmaßnahmen.
Wie überall auf der Welt, arbeiten die „teuren“ Gauner nicht mit einem Revolver, sondern mit Federn und Tinte.
Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
Benutzeravatar
Itacare
 
Beiträge: 5491
Registriert: Mi 30. Jul 2008, 15:31
Wohnort: 2 km Luftlinie zur ältesten Brauerei der Welt
Bedankt: 947 mal
Danke erhalten: 1467 mal in 1009 Posts

Folgende User haben sich bei Itacare bedankt:
zagaroma

Re: Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Beitragvon karlnapp » Di 24. Jan 2012, 21:56

zagaroma hat geschrieben:weil ich ihm sonst jede neue Arbeitsstelle versauen kann, indem ich die Leute warne.
Der erfahrene bras. Arbeitgeber von Hausangestellten wird seinem ehemaligen caseiro niemals übel nachreden, falls hierzu keine gerichtlichen Beweise vorliegen. Selbst ein Vergleich berechtigt einen bras. Arbeitgeber nicht dazu, seinem ehemaligen Angestellten schlechte Referenzen auszustellen. Die bras. Gerichtsbarkeit spricht ehemaligen Angestellten, bei derartig gelagerten Fällen, hohe Entschädigungszahlungen zu.
Benutzeravatar
karlnapp
 
Beiträge: 909
Registriert: Mo 31. Jan 2011, 13:28
Wohnort: Minas Gerais
Bedankt: 93 mal
Danke erhalten: 72 mal in 70 Posts

Re: Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Beitragvon zagaroma » Di 24. Jan 2012, 22:12

karlnapp hat geschrieben:Die bras. Gerichtsbarkeit spricht ehemaligen Angestellten, bei derartig gelagerten Fällen, hohe Entschädigungszahlungen zu.


Was heisst hier ùbel nachreden???

Die Wahrheit wird man ja wohl ungestraft sagen dùrfen, wem man will, und genau das ist der Zweck der Referenzen!

Aber das entwickelt sich nun zu einer privaten Diskussion, die mit dem Thema nichts mehr zu tun hat, und deshalb hòren wir lieber damit auf, es interessiert ja wohl sonst Keinen. Ich hab's jetzt endlich auch kapiert: ausser Ihnen hat hier niemand irgendwas im Griff!
before you abuse,
critizise or accuse
walk a mile in my shoes
Benutzeravatar
zagaroma
 
Beiträge: 2032
Registriert: Do 5. Mär 2009, 18:46
Wohnort: Olinda/Janga
Bedankt: 736 mal
Danke erhalten: 1262 mal in 679 Posts

Re: Wie sicher oder unsicher fühlt Ihr euch in Brasilien

Beitragvon karlnapp » Di 24. Jan 2012, 22:24

zagaroma hat geschrieben:Die Wahrheit wird man ja wohl ungestraft sagen dùrfen, wem man will, und genau das ist der Zweck der Referenzen!
Die Beweislast liegt in Brasilien beim Arbeitgeber und die "Wahrheit", bis zum Beweis des Gegenteils, beim Arbeitnehmer!
Benutzeravatar
karlnapp
 
Beiträge: 909
Registriert: Mo 31. Jan 2011, 13:28
Wohnort: Minas Gerais
Bedankt: 93 mal
Danke erhalten: 72 mal in 70 Posts

VorherigeNächste

Zurück zu Familie: Heirat, Kinder & Scheidung

 



Berechtigungen in diesem Forum

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

Persönlicher Bereich

Anmelden

Empfehlungen

Wortübersetzer

Deutsch/Portugiesisch - Übersetzer in Kooperation mit Transdept

Neu im IAP PortalNetwork

Please enable / Bitte aktiviere JavaScript!
Veuillez activer / Por favor activa el Javascript![ ? ]