Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft)

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Colono » Do 23. Jan 2014, 15:32

Hallo,

da du ja schon drei Jahre in Recife gelebt hast, brauchen wir dir ja was negative Seiten Brasiliens anbelang nichts mehr zu erzählen. Bist ja schon ein alter Hase.
Da gibt es auch schon unzählige andere Threads.

Es geht hier darum Kindern eine glückliche Kindheit und einen sorgenfeien Start ins Erwachsenenleben zu ermöglichen. Ob das in Recife möglich ist, möchte ich bezweifeln.

Nehmen wir mal an, du bekommst einen guten Job. Du wirst es vieleicht zu einer Cobertura in einem schicken Prédio in Olinda oder BoaViagem bringen. Was machen deine Kinder in ihrer Freizeit? Wahrscheinlich Videogame, Face oder Reality-Shows anschauen. Auf die Strasse oder an den Strand kannst du sie ja nicht alleine lassen, weil du nicht sicher sein kannst ob sie da wieder zurück kommen. Vieleicht ein Shoppingbesuch am Frühabend um sich das allerneuste IPhone anzuschauen? Lebt man an einem abgelegenen Strand, reisen die Kinder täglich mehr als 70km zum Colegio. Ich kenne das, ich habe selber Verwandte in Recife und lebte dort ein paar Jahre.

Nun zu einem Leben in Deutschland. Dort werden die Kinder von klein auf Linie gebracht. Schon in der Schule bekommen sie eingetrichtert: Das oder jenes darfst du nicht, da kommt die Polizei. Betreten des Rasens verboten. Nach 10 unbedingt absolute Bettruhe einhalten, Duschen nachts verboten etc. Traumberuf, aber nur mit NumerusClausus. Schuster bleib bei deinen Leisten.
Ich kenn mich da aus, ich komm selber aus ärmeren Verhältnissen und bin in einer süddeutschen Plattenbausiedlung gross geworden.

Wir haben uns für einen brasilianischen Mittelweg entschieden. Immer noch kein tropisches Deutschland, aber auch kein Piaui. Dort lebende Residents mögen mir verzeihen. Bei uns lernen die Kinder von klein auf den anderen zu respektieren und wenn nötig zu helfen. Graffities frustrierter jugendlicher wirst du bei uns in der Stadt selten finden. Das liegt wahrscheinlich an den vielzähligen Freizeitmöglichkeiten und Perspektiven die den Jungs bei uns von den Prefeituras geboten bekommen.
Wir haben mindestens einmal im jahr Besuch von unseren Familienangehörigen aus Recife sowohl aus Deutschland. Besonders bei den Jugendlichen, einstimmig die Wertung: "Hier würde ich auch gerne leben".

Also es gibt durchaus Alternativen in Brasilien. Ich empfehle jedem der sich in Brasilien niederlassen möchte, vorher erst einmal ausgiebig zu reisen und sich das Land ganz genau anzuschauen.

VG

Colono


PS: Temperatur momentan bei uns: 38C gefühlte 50, hab mein Söhnchen mal mit dem Bus auf die Insel geschickt, da ist es zwei Grad kälter
Zuletzt geändert von Colono am Do 23. Jan 2014, 16:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Trem Mineiro » Do 23. Jan 2014, 16:01

Colono hat geschrieben:
Nu zu einem Leben in Deutschland. Dort werden die Kinder von klein auf Linie gebracht. Schon in der Schule bekommen sie eingetrichtert: Das oder jenes darfst du nicht, da kommt die Polizei. Betreten des Rasens verboten. Nach 10 unbedingt absolute Bettruhe einhalten, Duschen nachts verboten etc. Traumberuf, aber nur mit NumerusClausus. Schuster bleib bei deinen Leisten.
Ich kenn mich da aus, ich komm selber aus ärmeren Verhältnissen und bin in einer süddeutschen Plattenbausiedlung gross geworden. :D


Oi Colono
Tut mir ja leid, dass du so eine böse Jugend gehabt hast :D :D :oops:

Also wenn Kinder erst in der Schule über die Regeln des Lebens und des geordneten Zusammenlebens aufgeklärt werden, ist das meist zu spät. Und grade hier in Brasilien scheinen viele Kinder da nie beigebracht bekommen zu haben. Dazu mussten meine Kinder zu Grundschulzeiten schon um 9 Uhr ins Bett, und natürlich Bettruhe. Hat den 3 aber nicht geschadet, weil wir auch nur 2 Fernsehprogramme in s/w hatten.
Nach unserem Arbeiterviertel (mit Hinterhof und Tauben), bin ich auch in so eine Neubausiedlung nach Duisburg gekommen, viel Grün, Stangen-Spielplatz, und klar: Rasen betreten verboten, Hausmeister, was aber uns nicht störte. Das war für uns einfach Abenteuerland mit besonderen Anforderungen.
Ich glaub schon, dass ich dort recht frei aufgewachsen bin.

Meine 3 Kinder sind schon im Häuschen im Grünen mit Hund und Katzen aufgewachsen, das man sich damals, da Steuer-Mittel-gefördert sogar mal leisten konnte. Arbeit lag 32 km weit weg in der Stadt, was aber per Auto (Sprit 0,72 DM) in 30 Minuten bis zum Firmenparkplatz zu schaffen war.
Klar, D ist da heute auch nicht mehr so, aber in Brasilien ist so ein Leben für den "Normalo" nahezu unvorstellbar.

Dem ist aber wohl noch hinzuzufügen, dass brasilianische Kinder in einer Favela wahrscheinlich genau so frei, selbständig und abenteuerlich aufwachsen, vielleicht nicht ganz so hygienisch, aber wahrscheinlich glücklich.(relativ, sofern nicht täglich ein Verwandter erschossen wird).
Die Einengung und Limitierung der Kinder ist wohl ein Symptom der Mittelschicht bzw. der Oberschicht sowieso. Letztendlich, wer nach Brasilien geht, taucht hat nicht in ein tropisches Deutschland ein.

Gruß
Trem Mineiro
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Colono » Do 23. Jan 2014, 18:39

Trem Mineiro hat geschrieben:
Oi Colono
Tut mir ja leid, dass du so eine böse Jugend gehabt hast :D :D :oops:

Ganz so schlimm war es auch nicht, es gab ja schliesslich das Highlight alle drei Jahre mal nach Italien. :D
Mir sind halt immer noch unsere "Hausmeister" in Erinnerung, welche einem in allen Lebenslagen vorschreiben was man zu tun und zu lassen hat. Hab mir schon mal überlegt dieses Trauma behandeln zu lassen. Aber in Brasilien tritt es nicht auf.


Meine 3 Kinder sind schon im Häuschen im Grünen mit Hund und Katzen aufgewachsen, das man sich damals, da Steuer-Mittel-gefördert sogar mal leisten konnte. Arbeit lag 32 km weit weg in der Stadt, was aber per Auto (Sprit 0,72 DM) in 30 Minuten bis zum Firmenparkplatz zu schaffen war.
Klar, D ist da heute auch nicht mehr so, aber in Brasilien ist so ein Leben für den "Normalo" nahezu unvorstellbar.

Guckst du hier:
http://www.vivareal.com.br/imovel/lote-terreno-centro-guabiruba-338m2-venda-RS60000-id-39341359/
Ich habe hier mal ganz schnell so ein Hund- und Katz-Normalo-Grundstück zu 60kR$ aus Brusque SC herausgefischt. 20km von Blumenau, bzw. itajai, 60-70km von BMW bzw. Weg entfernt. FGTS finanzierbar. Überdurchschnittliche Beschäftigungsmöglichkeit durch Vollbeschäftigung.

Also vergleich nicht mit deinem zukünftigen Fünf-Seenland und dessen Grundstückspreisen jenseits von gut und böse,
bzw. eine Eigenheim-Unfinanzierbarkeit wegen BR Fachkraft-Lohnniveau von nur einem SM. Wir wissen beide dass das nicht mehr so ist. Das als vergleiche ich Apfel mit Papaya, wobei es beide bei uns gibt.

Auch könnte ich mir durchaus vorstellen dass Duisburg heutzutage eher favelagefärdet ist als manch brasilianische Region. Erinnert mich an Schimanski.

PS Nur so zur Orientierung:
http://www.ufjf.br/ladem/2014/01/14/o-povo-indesejado-da-europa/
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Trem Mineiro » Do 23. Jan 2014, 19:57

Oi Colono
Danke für das Angebot, aber leider bin ich jetzt schon zu sehr auf Bayern fixiert.
Aber nehmen wir mal das Beispiel 700 Reais = 218 zum neuen deutschen Mindestlohn so um die 1500 Euro in Vergleich gesetzt sind so um den Faktor 6,6.
Damit dürfte ich also für ein vergleichbares Grundstück also 123.000 Euro ausgeben. Klar, das sind 240 Euro für den M². Wahrscheinlich ist das Grundstück in Brusque auch viel größer, aber das will ich ja nicht.

Bei meiner derzeitigen Marktübersicht bekomme ich ein Reihenhäuschen in der Nähe (5-6 km weg)von Kempten Allgäu, oder eine Eigentumsetage, 120 m² mit Garage und Gartenanteil so um die 220 bis 270.000 Euro.
Wenn mir beim Kauf 100.000 Euro fehlen würde und ich den Ehrgeiz hätte, den Betrag in 20 Jahren abzubezahlen dann wäre meine Monatsrate 553 Euro und der ganze Kredit hätte mich 33.000 Euro an Zinsen gekostet.
Bei 1500 Euro Mindestlohn ist es sicher schwer, 500 Euro Kreditraterate zu zahlen, aber ganz so weit von der Normalmiete ist das ja auch nicht weg.
Und wie man auf dem Bild sieht wäre zumindest Asphalt und Bürgersteig hochwertiger, ich geh mal davon aus, das Haus auch, für das beim Faktor 6,6 mein Brasilianischer Mindestlohnempfänger ja dann nur noch 19.000 Euro d.h. umgerechnet 61.000 Reais ausgeben dürfte. Ob da Doppelscheiben-Isolierglas und Heizung und Warmwasseraufbereitung mit drin ist.

Man muss natürlich auch die Vorteile von Brusque (da steht doch so eine grüne Freiheitsstaue) sehen. Ist näher an BMW, München ist immer hin nahezu 100 km von Kempten weg, wobei in Kempten mit 100.000 Einwohnern sollte man wohl auch einen Job zum Mindestlohn-Niveau finden.
Wobei die Chance nur einen Mindestlohnjob zu bekommen in B höher ist. (23 Mio aller Beschäftigten über 15 Jahre haben das nur, % Zahl kann man irgendwo beim Wirtschaftswachstum nachlesen) Dazu bietet wohl auch Kempten genügend Beschäftigung.
Ich meine aber über alles gesehen kommt ein „Normalo“ ehr an eine Hütte in akzeptabler Qualität als in Brasilien. Wobei es im Beispiel natürlich falsch ist, den Normalo an einen SM – Mann zu hängen, aber da sind die Zahlen neuerdings so schön klar und die Qualifikationsmöglichkeiten der deutschen Arbeiter sind wohl auch ein bisschen besser, was dann die Erschwinglichkeit eines Häuschens noch steigert.

Man sollte Duisburg nicht unterschätzen, der Süden ist eine gute bis vornehme Wohngegend. Auch die Arbeitslosenzahlen sollten nicht schrecken, wenn 25 % Arbeitslos sind haben immerhin 75 % noch Arbeit. Wenn man den überproportional hohen Anteil ehemaliger Gastarbeiter und Leuten mit Immigrationshintergrund berücksichtigt, dann geht es wiederum den Leuten dort nicht so schlecht. Schlecht geht es der Stadt, die am Schwund der vielen Arbeitsplätze in der Schwer-Industrie leidet.

Aber die Stadt ist noch längst nicht so heruntergekommen wie Brasilianische Städte wie Vitoria, Salvador, Belo Horizonte. Da wirkt doch das Ausgleichssystem zwischen den Ländern und Gemeinden. Keine Erdstraßen und offene Abwasser-kloaken im Gelände wie gestern erst wieder aus Contagem gezeigt, einer der Städte mit der höchsten Wertschöpfung pro m² in Brasilien.

Aber ihr da unten habt’s schon gut.

Gruß
Trem Mineiro

PS: wenn ich Brasilianern Frankfurt zeige und dann die Sozial-(Platten)bauten als Senkrechte Favelas bezeichne stoße ich immer auf Unverständnis. Und wenn ich dann die Ausstattung.......und die Mietförderung.....und HarzIV...Heizkostenbeihilfe....Kleidergeld...und Kindergeld.......nimmt mich keiner mehr Ernst
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Max Moritz » Do 23. Jan 2014, 22:43

Finde alle Beitraege echt gut da ich mich ja mit dem Gedanken trage den umgekehrten Weg einzuschlagen.Ich hatte meiner heute 20 Jaehrigen Tochter die deutsche Schule (Corcovado) in Rio finanziert.Zu ihrer Zeit kostete das anfangs 700 zum Schluss 1200,00 R$ monatlich,ohne die staendigen Nebengerausche wie Klassenfahrten und Feste.Heute kostet diese Schule 2500,00 im Monat Tendenz steigend.Meine Tochter geht bald nach Wien da sie dort an einem Theater einen Job bekommen hat.Nun habe ich einen kleinen Sohn fuer den ich in Europa doch mehr Stabilitaet sehe als hier.Brasilien ist kein Einwanderungsland mehr, mit 3 Kids wie der Themeneroeffner brauch man heute bei Wohneigentum ca. 8 bis 10 Tsd. Reais monatlich wenn man einigermassen leben will,oder man geht in die Pampa und baut alles selbst an aber das wird er auch nicht wollen.In Rios Suedzone kosten 30m² Loecher 2500 Miete im Monat und zum kaufen 300 Tausend R$. Die Preise in Recife sind sicher auch gestiegen,und ein 150-200m² Apt. duerfte auch 500-700 Tsd kosten.
Also fuer mich mit Kindern ganz klar Europa,muss nicht Deutschland sein.Ohne Kids kann man es hier aber nach wie vor gut aushalten
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Frankfurter » Fr 24. Jan 2014, 07:54

@ Trem Mineiro

Hausfinanzierung ist nach meinem Kenntnisstand für einen "Rentner" in Deutschland nicht mehr möglich. Die Banken sind da sehr zurückhaltend. Wenn dann werden weitere Sicherheiten verlangt.

Mein Sohn plus Freundin ( beide Mitte 30 beide in sehr guter Arbeit ) haben sich zusammen ein Haus am Bodensee gekauft. Selbst bei 50 % Eigenkapital hat die Bank gezickt.

In Brasilien Hausfinanzierung ? - Den Papierkrieg möchte ich nicht anfangen [-o<

Bessere Zukunft in Br oder D ? Wir halten uns beide Optionen offen, und freuen uns, wenn wir aus beiden Ländern das für uns Beste nehmen können.( Ich bin da wegen der weiteren Entwicklung in Europa etwas vorsichtig eingestellt )... also leichtes plus für Br.
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Brasilianer2405 » Fr 24. Jan 2014, 11:09

Hallo Leute,

noch einmal vielen Dank für eure lieben Beiträge. Ich sehe, jeder der von euch einen Beitrag geschrieben hat, kennt Brasilien sehr gut und da ich das Land und alle von euch geschilderten Probleme kenne, ist eben die Entscheidung sehr schwierig.

Das Hauptproblem ist mit großer Sicherheit das Geld, das man heute in Brasilien für eine 5 köpfige Familie verdienen muß.
Zudem wie ihr auch geschrieben habt, sind die Preise ganz schön explodiert zumindest in den größeren Städten, die irgendwelche Industrie etc. zu bieten haben. Beispiel Recife, dort wurde ja ein neuer hafen (Porto de Suape) gebaut und zack die Immopreise sind explodiert und Firmen, wie z.B Fiat bauen wegen des neuen Hafens ein neues Produktionswerk in der Nähe von Recife. Also Recife fällt definitiv flach, um dort zu wohnen. Das nächste Problem von Recife oder einer Großstadt wurde ebenfalls angesprochen, nämlich die Freizeit, die sich wirklich auf den Besuch der 3 Shoppingcenter beschränkt, denn für kleine Kinder bietet Recife wirklich net viel außer einem echt traurigen Zoo oder dem Auquaparc in maria farinha. Aber da ich net nur in Recife gelebt habe sondern auch in Bahia auf dem Land ist es dort auch net besser, denn auch der schönste Strand wird auch mal zur Gewohnheit oder langweilig. Hier in Deutschland hat es schon andere Möglichkeiten für die Kinder. Auf dem Land hingegen ist der Mietpreis der Immobilien noch sehr niedrig. In Recife wie schon angesprochen vermieten viele Vermieter nur noch an Firmen, die Mitarbeiter im Hafen beschäftigen und wirkliche üble Preise verlangen. Hatte in der Nähe vom Shopping Guararapes wer das kennt, mit einem Vermieter gesprochen, Haus mit 4 Zimmern plus 1 Wohnzimmer der verlangt doch glatt 8000 ja genau 8 000 Reais pro Monat, da war ich sprachlos. In Piedade oder Boa Viagem in so einem Hochhaus zu leben ist net wirklich mein Traum. Auch in so einem Hochhaus sollte man Minimum 1500 Reais für Miete einplanen.

Mein persönliches Hauptproblem ist, das ich mit all den Problemen Schmutz, Kriminalität, schlechtes Gesundheitssystem etc. in Brasilien einfach "ZUHAUSE" fühle. Ich fühlte mich in Deutschland nie richtig wohl und seit ich das erste mal in Brasilien war dachte ich mir, "das wird meine Heimat". Aber wie Ihr wisst bin ich ja net alleine und muß an meine Kinder denken. Ich habe im Moment ein Jobangebot einer deutschen Firma die mich für den Vertrieb in Brasilien haben will, aber mit Anstellung in Brasilien also mit einem Brasilianischen Arbeitsvertrag und das gefällt mir eben nicht so gut. Ich kenne noch keine genaueren Details aber mit deutschem Vertrag wisst Ihr ja selber hat man einen ganz anderen Verdienst und noch andere zusätzliche Vorteile.
Aber alles hin und her irgendwann sollte ich mich mal entscheiden und das dann auch durchziehen. Ich denke das ich mich wohl eher für die Sicherheit für meine Kinder entscheide und selber zurückstecke bis es irgendwann evtl. mal machbar ist. Es wurde auch gefragt, was meine Frau dazu sagt. Sie sagt generell, Sie akzeptiert was ich entscheide, würde aber auch lieber in Deutschland leben, wegen der Kinder. Sie sagt auch immer, ich sei ein bissl ein Träumer und ein bissl hat sie ja auch Recht damit. Aber wir haben nur ein Leben, und das war einfach in Brasilien glücklicher als wie hier, aber auch nur weil es eben nur zeitlich begrenzt und finanziell machbar war. Ich denke das sich das auch ändern würde, wenn man wirklich wie sehr viele Menschen und auch Auswanderer mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat. hab nämlich auch viele Auswanderer getroffen, die sich über kurz oder lang selber in den Ruin wirtschaften und die Realität dort nicht akzeptieren wollen. Hm so was nun ?????????????

Euer Brasilianer
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon moni2510 » Fr 24. Jan 2014, 13:23

Ich kann nur aus dem Arbeitsleben berichten. Ich wurde von einem globalen Unternehmen in ein eher lokal agierendes Unternehmen outgesourced... innerhalb von 4 Monaten war ich dann kurz von dem Burnout, in Deutschland und auch hier hatte ich vorher NIE Probleme. Die Arbeitsbedingungen unter aller ...

Wenn du schon in Deutschland mit sowas zu kämpfen hast, dann ist Brasilien nicht der beste Platz um zu arbeiten.

Just my 50 centavos
---
Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich es hier aufschreibe.
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon gattinho » Do 30. Jan 2014, 12:01

Meine Tochter (12 Jahre) hat auf meinen (nicht ernst gemeinten) Vorschlag, wir könnten doch mal wieder in BR leben gesagt :
Wenn Du willst, kannst Du das machen, lass mir aber Geld da, denn ich bleibe in Deutschland.
Sie hat 4 Jahre in BR gelebt und ist dort zur Grundschule gegangen. Ich hab noch eine kleinere Tochter mit 5 anos, die in BR geboren wurde. Als ich merkte, dass beide Kinder in BR niemals richtig Deutsch lernen (ich als einzige Bezugsperson die Deutsch spricht) hab ich mich entschlossen nach D zurück zu gehen. Heute (mach 2 Jahren) können beide super gut Deutsch und auch noch portugues. Prinzipiell könnten wir auch mal wieder in BR leben.
Gründe warum meine große nicht in Br leben will: zu langweilig, Schulen (privat und staatliche) sind !&@*$#!, keine Freiheit sich zu bewegen (ist ja alles so gefährlich...)
Von den Kosten kann ich sagen, dass ich in BR incl. Miete eines kleinen Hauses genausoviel ausgegeben habe (in €) wie jetzt in D (wo ich keine Miete zahle) und KV haben wir uns gespart, lieber privat gezahlt. Teuer waren Privatschule/Schulbus/und alles was über Reis und Bohnen raus geht. Eigentlich wollte ich ein Haus kaufen/bauen, aber die Preise in BR waren damals schon Mondpreise.
Vielleicht gehen wir mal wieder für 1 Jahr oder auch 2 rüber, aber das bedarf dann größerer Planung und Überredungskräfte bzgl. Töchterlein Nr. 1.
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