Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft)

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft)

Beitragvon Brasilianer2405 » Mo 20. Jan 2014, 19:02

Hallo Leute,

ich versuch mal auf diesem Weg einige Gedanken und Meinungen von Euch zu bekommen, um mich irgendwannn mal entscheiden zu können.

Kurz zu meiner Person: BIn 39 Jahre alt, Deutscher verheiratet mit einer lieben Brasilianerin schon 5 Jahre und wir haben 3 Kinder. Alle unsere Kinder sind in Brasilien geboren. Wir haben eine Zeitlang in Brasilien gelebt und sind dann nach Deutschland. Ich spreche auch fließend portugiesisch. Bin ausgebildeter Energieanlagenelektroniker sowie Industriekaufmann.

So nun zu meinem Problem. Ich versuche schon seit 3 Jahren nach einem Burnout wieder auf die Füße zu kommen. Diesen Burnout habe ich mir durch zu viel Arbeit und Probleme in der Kindheit eingefangen. Nun da ich wieder einingermaßen auf dem Damm bin stelle ich mir immer öfter die Frage, wo wird meine Familie glücklicher ? will ich, das meine Kinder eine super gute Ausbildung bekommen, ganz normal krankenversichert sind und einen Beruf in Deutschland erlernen, mit den Risiken, wie es immer mehr Menschen und auch mir ergeht am Stress zu erkranken, oder wähle ich Option 2 das meine Kinder evtl. ein bissl weniger lernen in ihrem Leben, evtl. keine Krankenverwicherung in Brasilien haben (gibt ja öfftentl. Krankenhäuser) und freier wie bei uns aufwachsen, aber auch mit höherer Kriminalität etc. ?

Wenn ich nur an mich denken würde, dann wäre ich schon lange ausgewandert, denn das Klima, die Natur, die Menschen in Brasilien für mich sind einfach nur ein Traum. Da ich aber schon länger dort (Recife) gelebt habe, kenn ich auch die finsteren Seiten und Problme die dort auf einen, vor allem auf eine 5 köpfige Familie zukommen.

Wie denkt Ihr darüber ? wie würdet Ihr euch evtl entscheiden etc etc. über Eure Meinungen würde ich mich sehr freuen.

Liebe Grüße
Euer Brasilianer 2405
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Trem Mineiro » Mi 22. Jan 2014, 14:45

Oi 2405
Willkommen hier im Forum.

Mach es wie ich.

Ich hab noch ein bisschen länger gewartet und bin erst nach Brasilien, als die Kinder (17, 19, 25) alleine in Deutschland bleiben konnte. Die haben dort ihre Ausbildung zu Ende gemacht. Meine Frau (Deutsche) ist zweimal im Jahr länger als für einen normalen Urlaub in D geblieben und hat sich am Anfang auch ein wenig und die 2 Jüngeren gekümmert.

Unsere Kinder sind gerne im Urlaub bei uns in Brasilien gewesen und haben auch eine Menge vom Land mitbekommen. Leben oder Arbeiten wollten sie da nicht. Denen ist vor allem die Unselbständigkeit der brasilianischen Jugendlichen (aus der gehobenen Mittelklasse)aufgefallen. Keiner von denen hat sich selber ernähren können, wenn er über Reis und Bohnen hinaus wollte. Meine jüngste Tochter, MTA in D, hat in Brasilien ein 6 Monats-Praktikum in einer kleinen Privatklinik gemacht. Für sie sinnlos, alle Jobs unterhalb des Doktors sind da wohl nur Hilfsjobs für 1-3 Salario Minimos. Sie hat auch nette Lover gehabt, aber einen Brasilianer heiraten, um Gottes willen meint sie!!!!.
Meine große Tochter ist Hotel-Fachfrau, das gleiche Problem, in D ist sie damals schon Empfangs-Chefin(Caribrio-Fahrerin) in der Accor-Gruppe gewesen und später dann europaweite Springerin, wenn irgendwo ein Direktor ausgefallen ist. Die hat sich die IBIS Hotels hier angesehen. Da verdient man ja nix....!!!! Mein Sohn würde wohl das gleiche Problem haben, gut ausgebildet (Master) aber das bedeutet in Brasilien wenig, wenn man nicht mit Vitamin B an einen Job kommt und dann warten kann.

Das war die berufliche Seite. Schauen wir uns die Freizeit-Seite an. Die ist für junge Normalos in Brasilien auch ein wenig begrenzt. Kneipe und Churrasco, alles darüber hinaus kosten ein Schweinegeld. Und wer nicht bei den Eltern lebt und vom Pappi kein Auto bezahlt bekommt, hat die Arschkarte gezogen. Und ich kann nicht davon ausgehen, dass es meinen Kindern hier besser gehen soll als den brasilianischen "Normalos". Gut ausgebildet, von einem Estagio zum anderen hüpfend, später für einen Appel und Ei arbeiten müssen und das ohne Soziale Absicherung.

Erspare deinen Kindern eine Berufsleben in Brasilien, ist ja für dich schon schwer genug als Energieanlagenelektroniker (das ist der alte Industrie-Elektriker)sowie Industriekaufmann ohne UNI-Diplom dich hier in Brasilien durchzuschlagen. Dazu noch 3 Kinder in der teuren Privatschule oder später auf der Privat-UNI (es gibt leider nicht für alle intelligenten Schüler kostenlose Plätze an den staatlichen Unis)
Wenn man das sich so vor Augen führt, ist die Brasilianische Option für die Kinder wohl die schlechtere. Bleibe so lange in D, bis die Kinder zumindest ihre Schulbildung fertig haben und dann irgendwann selber entscheiden können. Meine 3 haben sich halt gegen Brasilien entschieden.

Ich hab mich für Brasilien entschieden. Als Expat mit dickem Euro-Vertrag, Dienstwohnung, Dienstwagen, Heimflügen und Rückkehr-Garantie. Auf der Basis ist es leichter, sich für Brasilien zu entscheiden, aber ohne Kinder. Und ich hab’s nie bereut.

Wobei, ich löse jetzt nach 18 Jahren die Rückkehr-Garantie ein und geh als Frührentner (mit deutscher Rente) mit brasilianischer Frau nun wieder zurück nach Deutschland, um meinen Lebensabend in Deutschland ruhiger, sicherer und gesünder zu verbringen. Deutschland ist für mich um soviel preiswerter, dass ein jährlicher Urlaub in Brasilien ist da sicher noch drin ist (und ein 2. oder 3. im Rest der Welt)

Was meint denn deine brasilianische Frau zu euren Plänen in Bezug auf die Kinder. Meine Frau, die schon 4 Jahre in D gelebt hat, geht gerne nach Deutschland zurück, auch aus beruflichen Gründen (Biologin und Pharmazeutin)

Viele Grüße

Trem Mineiro
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon docsor » Mi 22. Jan 2014, 15:20

Hallo,
ich lebe seit über 4 Jahren in Biguacu Santa Catarina ca. 20 km von Florianopolis entfernt. Na klar haben wir hier auch übliche brasiliansiche Probleme, aber nicht so stark wie in andren Teilen Brasiliens. Gerade hir in Biguacu haben wir eine gefühlte super niegdrige Kriminalitätsrate, es fehlt fast nie Strom odr Wasser. Meine Tochter geht in eine anständige Creche organisiert von der Prefeitura. Auch die Schulen hier sind anständig was man so hört. Wir haben nur einen Badestrand in der Stadt, aber zum nächsten sind es nur 30min mit dem Auto. Von November bis März ist es richtig schön warm, danach ist es immer schön angenehm außer Juli, August da kanns auch mal ungmütlich kalt werden. Es ist teuer hier, aber die Gehälter sind auch ein wenig besser. Ich finde hier gibt es viel Entwicklungspotenzial, also in ganz Santa Catarina. Ich lebe hier super gerne und bin sehr glücklich. Für mehr Infos kannst du mir gerne eine Nachricht schreiben. Mein Tipp Santa Catarina!
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Max Moritz » Mi 22. Jan 2014, 23:02

Gute aber schwehre Frage.Ich bin nach 20 Jahren Brasilien wo ich ein Kind in eine teure Privatschule steckte nun in der umgekehrten Situation.Es kam noch mal Nachwuchs und ich sehe heute vieles in Europa positiver. Trotz eigenem Haus mit Pool 5 Min. vom Meer denke ich ueber einen mittelfristigen Umzug nach Europa nach. Deutschland kommt nicht in Frage da ich dort eher verfrusten wuerde, aber Spanien,Portugal waere ein Thema.Dort gehts auch klimamaessig besser.meine Frau spricht super perfekt spanisch, Also mit 3 Kids ins heute super teure Brasilien bei gleichbleibenden schlechten Sozial und Schulbedingungen wuerde ich nicht riskieren.Aber das muss halt jeder selbst wissen.Solltest vieleicht noch mal fuer ein paar Monate zum probewohnen kommen.
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Brasilianer2405 » Mi 22. Jan 2014, 23:21

Hallo Leute,

ich danke Euch erstmal für eure Beiträge und muß jedem von Euch auch zustimmen, denn jeder von euch hat auch Recht. Da ich schon länger nach Brasilien in Urlaub gehe und auch schon dort 2 Jahre gelebt habe, sind mir all die Probleme die Ihr erwähnt habt bekannt und denke im großen und ganzen wie Ihr.

Das Bildungssystem und das Gesundheitssystem ist schon noch eine traurige Sache in Brasilen. Auch die Freizeitangebote die angesprochen worden sind echt echt mies. Ja auch die spätere Entlohnung ist ohne das erwähnte Vitamin B unterirdisch.

Auf der anderen Seite unser Deutschland ist auch nicht mehr das was es mal wahr. Habe selber einen Burnout hinter mir und höre auch immer und immer wieder von Bekannten, Freunden etc. , das es vielen auch so geht. Auch das Miteiander verlernen wir irgendwie und im heutigen Arbeitsleben istr es leider oft so das man nimmer zusammenarbeitet sondern jeder gegen jeden.
Über was ich mir halt Gedanken mache, ist die Zukunft. Ob unser System so hält (Rentensystem, Gesundheitssystem, Bildung etc.) Auch unser liebes Geld der Euro ist meiner Meinung nach nicht unbedingt sicher. Aus diesen Gründen stellt sich mir die Frage, was bringt die Zukunft und wo ist es später einmal bessser zu leben, denn eins ist sicher, Brasilien ist ein Land der Zukunft und so viel Mist wie es dort gibt, aber wir könnten uns trotz allem ein bissl was von den Menschen dort abschneiden. Aber keine Sorge ich kenne die brasilianische Mentalität und auch die ist ab und an traurig, was man da als Gringo so erlebt.

Grüße
Euer Brasilianer
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Trem Mineiro » Do 23. Jan 2014, 05:10

Danke für die Rückmeldung.
Zu deinen Zweifeln:

Wenn du in Brasilien auf mittlerem Niveau überleben willst, musst du hier auch malochen. Mehr Stunden, weniger Urlaub und jeden Tag der Kampf gegen die Widerstände, die das Leben in Brasilien so schwer machen. Entscheidungsschwäche, patriachaischer Führungsstil, Meeting ohne Ende. Und in Brasilien wird erheblich mehr gemoppt und mit den Ellenbogen gearbeitet als in Deutschland. Miteinander muss man in Brasilien suchen, vielleicht zuhause.

Brasilien ist für mich nur als Chef tragbar und auch da schon schwierig, wenn der Laden zu groß ist.
Wenn du den Euro nicht als sicher ansiehst, dann schau bitte nicht auf das brasilianische Spielgeld, Real genannt. Der ist doch nun wirklich Spielball der Spekulanten. Und gegen sowas willst du den Euro tauschen?
Klar, Brasilien ist das Land der Zukunft: für die jetzige Elite, die immer Reicher wird, für Investoren, die in Rohstoffe und Agrarland investiert um mal später mit dem Hunger der Welt Geschäfte zu machen. Aber für die Leute….die müssen in Zukunft erst mal die Fußballstadien und Olympia-Stätten bezahlen. Und das mit der nahezu höchsten Steuerlast von Süd-Amerika. Und der kleine Mann mit weil der größte Teil über Verbrauchssteuern kommt.

Ich wüsste nicht, was ich mir im Moment von den Brasilianern abschneiden sollte, bin aber derzeit froh, bei der Sicherheitslage, wenn mir nichts abgeschnitten wird. (Hals)
Rio: in den letzten beiden Tagen sind 2 Frauen im Stadtbus von außen her angeschossen worden, einfach so…….da kann man dann schlecht sagen, ihr müsst aus den gefährlichen Gegenden wegbleiben. Sowas man einem überall passieren. Erwischt auch immer wieder Kinder.

Oder sie ertrinken bei Regen, Vor einem Monat in Brasilia unter einer überschwemmten Brücke im Bus, normale Gegend/Straße. Heute an genau der gleichen Stelle wieder ein Kind im Auto ertrunken. Seitens der Stadt wird der erste Tod noch untersucht. Und da soll ich Kinder großziehen.
Ich für mich selber bin das Risiko eingegangen, was früher auch längst nicht so groß war, aber so langsam stößt das an Grenzen. Zukunft...ja aber anderswo.

Gruß
Trem MIneiro
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Elsass » Do 23. Jan 2014, 05:43

Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft)?
in Deutschland (Europa) :cool:
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon valadares487 » Do 23. Jan 2014, 10:42

Es ist nichtzwangsläufig so, dass man ohne Vitamin B in Brasilien nichts werden kann. Bekannte Beispiele dafür sind die aus ärmsten Verhältnissen stammenenden Lula (ehemaliger Präsident) oder Joaquim Barbosa (oberster Richter Brasiliens). Auch in meiner persönlichen Umgebung kenne ich Beispiele wie etwa einer meiner Nachbarn (heute Juiz Federal) oder der inzwischen leider verstorbene Honorarkonsul der BRD in Paranagua. Mit Fleiss, Willen und Energie kann auch ein Brasilianer aus der Unterschicht oben ankommen.
Ob deine Kinder nun in Brasilien glücklicher leben werden als in Deutschland lässt sich nicht beantworten. Nur die Zukunft wird das zeigen. Der Weg zu einem beruflich erfolgreichen und damit finanziell beseren Leben ist aber viel steiniger und beschwerlicher als in Deutschland.
Die Kinder dürften jetzt ja noch sehr jung sein (mal von 5 Jahren Ehe ausgehend). In dem Alter kannst du sie noch überall mit hinnehmen und sie werden sich schnellstens einleben und eine glückliche Kindheit verbringen - zumal sie alle in Brasilien geboren sind und wohl auch schon ein wenig dort gelebt haben.
Ich denke mal eher, dass du auf der Suche nach einem glücklichen Leben bist und du deinen Kindern durch einen Umzug nach Brasilien nicht das Leben "vermasseln" willst. Das ist eine sehr schwere Entscheidung und du hast noch gar nicht geschrieben, was eigentlich deine Frau zu deinen Überlegungen sagt. Aber wie alle schon hier schreiben wirst du als Angestellter oder Arbeiter niemals das finanzielle Niveau erreichen wie in Deutschland. Die einzige Möglichkeit wäre nur eine Entsendung als Expat (die aber wohl immer seltener werden) oder eine Selbstständigkeit - und da musst du ein unheimlich gutes finanzielles Polster haben um ein bis zwei Jahre über die Runden zu kommen. Und wenn dann immer noch nicht genügend Geld reinkommt um einigermassen sorglos leben zu können, dann bleibt nur die Rückkehr nach Deutschland. Deine Kinder werden das verkraften können, aber was ist dann mit deinem alten Job in Deutschland? Der ist weg und du musst wieder irgendwo neu anfangen.
Das ist eine verflixt schwere Entscheidung für dich, doch wenn du es tun solltest dann gehe auf keinen Fall nach Recife zurück um familiären Einflüssen deiner Frau aus dem Wege zu gehen (ich vermute mal sie kommt von dort). Geh nach Santa Catarina, dort hast du auch noch genug brasilianisches Flair und die gesamte Mentalität ist mehr deutsch geprägt, die Lebensqualität ist deutlich besser als in den nördlichen Regionen.
Bei mir ist es so, dass meine Tochter (in Brasilien geboren und aufgewachsen) in 2015 nach Beendigung der Schule (dann mit 18 Jahren) unbedingt in das Land ihres Vaters gehen will. Zunächst als Au-Pair, um die Sprache besser zu lernen, und um dann eine Ausbildung zu machen und um dann dort zu leben und zu arbeiten. (Letzteres ist kein Problem, da sie inzwischen auch deutsche Papiere hat). Der jüngere Sohn (jetzt 15 Jahre alt) denkt genauso. Und da mir das Glück meiner Kinder sehr am Herzen liegt werden meine Frau und ich alles tun, um sie bei ihrem Weg in die Europarichtung zu unterstützen.
Lass uns eines Tages hören, wie du dich entschieden hast. Viel Glück.
Ausflüge mit eigenem Fischerboot, Privatunterkunft in Paranagua. Kontakt per PN.
Mein Buch hier gratis: www.neobooks.com/werk-22138-jetzt-brasilien-buchen.html
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Re: Wo haben meine Kinder eine bessere (glücklichere Zukunft

Beitragvon Elsass » Do 23. Jan 2014, 13:17

valadares487 hat geschrieben:Ob deine Kinder nun in Brasilien glücklicher leben werden als in Deutschland lässt sich nicht beantworten. Nur die Zukunft wird das zeigen. Der Weg zu einem beruflich erfolgreichen und damit finanziell beseren Leben ist aber viel steiniger und beschwerlicher als in Deutschland.

Solange die Kinder klein sind, koennen sie fast ueberall gluecklich aufwachsen. Wenns sie dann aber erwachsen sind, wird sehr wahrscheinlich die Frage aufkommen, warum sind wir denn damals nicht in D. geblieben. Dann haette ich jetzt die und die Moeglichkeit.
Nach Brasilien auswandern koennen deine Kinder immer noch, wenn sie mal erwachsen sind.
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Beitragvon Trem Mineiro » Do 23. Jan 2014, 14:01

Elsass hat geschrieben:
valadares487 hat geschrieben:Nach Brasilien auswandern koennen deine Kinder immer noch, wenn sie mal erwachsen sind.


Wir haben das ja genau so gemacht, und unsere Kinder haben dankend abgelehnt.

Ich hab Valadares Posting mit einem zustimmenden Danke bedacht, weil er einen ganz anderen Punkt beleuchtet:
Auswanderer erziehen normalerweise ihre Kinder zu Brasilianern und nicht zu Ex-Deutschen. Wer sich selber gut integriert und die Verhältnisse mit den Vor- und Nachteilen annimmt wird sicher seinen Kindern eine glückliche Jugend bereiten. Und dann sind sie Brasilianer wie Millionen Anderer auch, Brasilianer sind ja nicht Weltbürger 2. Klasse.

Wenn sie intelligent sind und ehrgeizig dann werden sie wie vergleichbare brasilianische Kinder danach streben, außer ihrer brasilianischen Ausbildung auch noch eine Internationale Ausbildung dranzuhängen.
Ich sehe also die Weiterbildung der Kinder von Valadares nicht als Repatriierung sondern als ganz normales Auslandstudium. Nur das anstatt USA wegen der Wurzeln mal Deutschland gewählt wurde.
Ob sie es dann in 10-15 Jahren in Brasilien leichter oder schwerer haben werden ist von Individuellen Eigenschaften abhängig und nicht davon ob sie nun kleine Brasilianer oder Deutsche geworden sind.

Nichtsdestotrotz halte ich den Weg in Deutschland für leichter.

Man muss natürlich auch mal die Realitäten für Kinder in Brasilien beleuchten.
Hier mal eine der möglichen Realitäten:
Da man in Brasilien für's gleiche Geld besser und mehr arbeiten muss zieht man in einer der Städte die halt diese Arbeit anbieten. Da berufspendeln hier viel schwieriger ist, wohnt man in einem Hochhaus mit betoniertem Bolzplatz und 2 m Pool. Um die hohen Kosten für die Wohnung und die Schul-Gelder zu bezahlen arbeitet die Frau auch. Kind wird von einer Baba oder noch schlimmer von der Putzfrau mit 4 jähriger Schulausbildung vom Lande erzogen. Die Kinder sprechen dann meist ein seltsames Portugiesisch, haben aber noch Glück wenn sich nicht von der Baba mit dem bekannten Hausmittel Cachaca+Milch ruhig gestellt werden.

Raus geht es auch nicht, draußen gibt es kein Grün, auf der Straße spielen ist aus sicherheitsgründen unmöglich, zur Schule Kindergarten geht's mit Muttis Auto (im Stau) oder mit dem Mini-Van mit Video. Klar für Auto und Van muss Mutti noch ein bisschen mehr, also Vollzeit, arbeiten.

Wenn man das nötige Kleingeld hat, kauft man sich ein Sitio, draußen vor der Stadt in einem der Condominios, also muss noch mehr gearbeitet werden, da ist ein Burnout schon wieder ganz nah.

Das klingt jetzt wie ein Horror-Szenario, ist aber durchaus das Schicksal vieler Mittelstands-Familien in Brasilien, unter meinen Bekannten sind da viele und die fühlen sich damit halbwegs glücklich.
Wenn man so was sieht, dann versteht man auch, warum hier immer soviel auf ein gutes hohes Einkommen gelegt wird. Mit Kindern kann man eben nicht mit 4-5000 Reais über die Runden kommen, wenn man den Kindern eine Zukunftschance wie bei Valadares geschildert, öffnen will.

Bei Valadares ist das wohl ein wenig anders. Er kam viel früher nach Brasilien (praktisch noch zu Pionierzeiten), ist von Anfang an super integriert gewesen (s. sein Buch)und hat sich sein Leben abseits der Großstädte aufgebaut. Solche erfolgreichen Auswanderer-Schicksale sind aber heute wohl selten.
Hier in Belo habe ich Bekannte mit vergleichbaren Situationen, die kamen mit der Gründung des Mannesmann-Werkes 1960, hatten später Jobs im mittleren Führungsbereich mit DM-Verträgen. Die bauten sich kleine Villen im stadt-nächsten Condominio (Copa do Chucrute) oder sogar noch in der Stadt, mit Garten, Pool etc. Die haben sich später locker erlauben können, ihre Kinder nach D zur Ausbildung zu schicken, wobei ein Teil von denen dann auch drüben geblieben ist. Aber das waren halt andere Zeiten.

Soweit meine Erfahrungen.

Gruß
Trem Mineiro
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