Ziel Auswandern

Tipps und Fragen von Auswanderungswilligen und Leuten, die es schon in Brasilien geschafft haben / Wirtschaftliche Unabhängigkeit

Re: Ziel Auswandern

Beitragvon karlnapp » Do 3. Nov 2011, 12:55

ich weiß das aus eigener Erfahrung, da ich teilweise in Brasilia lebe

Na ja, da haben wir ja wenigstens etwas gemeinsam. Im Dezember bis Januar sind wir auch wieder in Brasilia. Allerdings nicht, um von diesem Ort zu leben, sondern nur besuchsweise. Dann höre ich wieder den ganzen lieben, langen Tag die Klagen der mit uns verwandten (oder verschwägerten) Staatsbeamten über die Preisentwicklung dort.
Zusammengefasst kann ich mir Brasilia kaum als Ziel für einen Greenhorn-Auswanderer vorstellen, obwohl geschickte, selbständige bras. Handwerker dort gutes Geld verdienen.
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Re: Ziel Auswandern

Beitragvon weilerlbb » Do 3. Nov 2011, 20:06

Hallo
wenn Du Arbeit in Brasilien sucht gibt es verschiedene möglichkeiten:
Arbeitsamt Frankfurt, da gibt es eine Abteilung die Arbeitskräfte nach Übersee vermittelt
Internet
Entwicvkoungshilfeorganisationen z.B. DEB, AGEH usw. kirchliche Hilfswerke
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Re: Ziel Auswandern

Beitragvon Sulista » Do 3. Nov 2011, 22:38

Ich sehe es auch so, dass man Brasilia nicht unbedingt als Maßstab nehmen kann. Dafür ist das Durchschnittseinkommen und die Einkommensstruktur einfach zu unterschiedlich zum Rest Brasiliens.

Für den Anfang würde ich auch nicht gleich die Selbstständigkeit empfehlen. Ein Bekannter ist Steinmetz und aus Italien eingewandert. Er hat auch erstmal ein Jahr als normaler Handwerker gearbeitet, ist jetzt seit einem halben Jahr mit eigener Firma unterwegs und verdient recht gut für einen bras. Handwerker (Schätze ca. R$ 3000).

Aber wie heißt es so schön: Cada caso é um caso. Probier es aus, einen Job finden ist bei der momentanen Wirtschaftslage nicht schwierig. Am Anfang kann man kleine Brötchen backen und erstmal das Land und vor allem den Arbeitsalltag kennen lernen. Danach kann man dann sehen, ob es denn tatsächlich was ist für einen. Zum Glück kann man heute flexibel sein und muss nicht mit Sack und Pack auf den Dampfer und der alten Heimat auf immer Tschüss sagen :wink:
"Es gibt keine billigen Dinge, nur billige Menschen"
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Re: Ziel Auswandern

Beitragvon karlnapp » Fr 4. Nov 2011, 01:20

Entwicvkoungshilfeorganisationen z.B. DEB, AGEH usw. kirchliche Hilfswerke

Der DED* und die AGEH scheiden aus, weil dies staatlich anerkannte Entwicklungshilfe-Organisationen sind und zwischen Brasilien und Deutschland keine Entwicklungszusammenarbeit (mehr) im Bereich Handwerk und Technik vertraglich vereinbart ist. Zudem fehlen bei dem Erwin da die fachlichen Voraussetzungen = mindestens Meisterprüfung.
Kirchliche Hilfswerke greifen meist auf lokale Kräfte zurück, es sei denn ein Deutscher wäre bereit auf eigene Kosten (o.ä. wie Bezahlung durch eine deutsche Kirchengemeinde) zu arbeiten.
*Der DED jetzt zusammengelegt mit der GTZ = GIZ
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Re: Ziel Auswandern

Beitragvon weilerlbb » Fr 4. Nov 2011, 02:48

Ich habe 16 Jahre als Entwicklungshelfer in Übersee gearbeitet: Lehrer, Ausbilder, Firmenberater in Steuer- und Buchhalterfragen
10 Jahre davon in Manaus, Porto Velho und zwischen diesen Städten am Rio Madeira.
Was Brasilien braucht sind Fachleute, egal ob Selbständige oder Arbeitnehmer, egal ob Gaststättengewerbe, Handwerk oder Handel.
Es müssen nur die Grundvoraussetzungen erfüllt werden. Diese Unterscheiden sich erheblich zwischen Gewerbetreibende und Arbeitnehmer:
Was bei einem Arbeitnehmer noch durch geht kann den Gewerbetreibenden ruinieren.
1. brasilianisch muß perfekt gesprochen und verstanden werden sonst ist es eine Frage der Zeit wann man ins Fettnäpfchen tritt.
2. Gewerbetreibende müssen die Grundlagen des Kfm-Handel einhalten, keine Sonnenstudio an der Copa Capana, keine Kühlschränke in der Arktis. Wenn möglich nur Ware und Dienstleistungen im Austausch gegen Bezahlung. Ich kenne Deutsche die in Manaus ein Haus mit Laden und Wohnung mieteten, 6 Monatsmieten im VORAUS zahlten und als sie am kommenden Tag in ihr Haus wollten war schon ein anderer Mieter im Haus. Auch die Klage vor Gericht brachte nur Kosten und dem Deutschen sin Geld nicht wieder.
3. die beruflichen Kenntnisse müssen aktuell durch praktische Tätigkeit der letzten 3 Jahre vorhanden sein. Ein Zimmermannsmeister der vor 20 Jahre den Meister gemacht hat und danach als Schwimmmeister tätig war wird als Zimmermann in Brasilien versagen
4. Genügend Geld für die Existenzgründung muß vorhanden sein, Sie müssen alle Aufwendungen der Selbstänbdigkeit und ihre privates Leben finanzieren bis Gewinne erzielen werden. Sonst geht selbst die richtige und erfolgreiche Arbeit den Bach runter.
Es gibt vieles zu beachten das erst durch den Alltag entsteht und Sie sollten soweit wie möglich vorbereitet sein.
Besorgen Sie sich die Anschriften von Rechtsanwälte, Steuerberater,Buchhalter schon wenn Sie diese noch nicht brauchen.
Honorar Konsule, Botschaften, DB-IHK, deutsche Geschäftsleute können helfen.
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Re: Ziel Auswandern

Beitragvon karlnapp » Fr 4. Nov 2011, 11:34

Ich habe 16 Jahre als Entwicklungshelfer in Übersee gearbeitet: Lehrer, Ausbilder, Firmenberater in Steuer- und Buchhalterfragen. 10 Jahre davon in Manaus, Porto Velho und zwischen diesen Städten am Rio Madeira.

Damit da keine Missverständnisse und falsche Hoffnungen aufkommen, die von dem Herrn weilerbb ehemalig wahrgenommene Stelle als E-Helfer zählt zum Bereich der Privatsektorförderung.

Ansonsten dürfte dem Herrn weilerbb ja bekannt sein, wie harsch das Auswahlverfahren bei den anerkannten E-Hilfe-Organisationen abläuft. Und mit Verlaub, da hat kaum einer der hier Schreibenden eine Chance durchzukommen. Nur wenn jemand in seinen Beiträgen ein klares fachliches und soziales Eignungsprofil zum E-Helfer erkennen ließe, würde ich diesen Weg empfehlen.

Auch möchten die E-Hilfe-Organisationen ihre Mitarbeiter (im Normalfall) keine 10-16 Jahre an einem Arbeitsplatz belassen, weil man die sog. "Verbuschung" des E-Helfers befürchtet. Und kaum eine Partnerorganisation wird bereit sein, nach Ablauf des E-Hilfe-Einsatzvertrags, den
E-Helfer weiterzubeschäftigen; müsste sie doch dann für dessen recht hohe Kosten selbst aufkommen. Somit scheidet eine E-Helfer-Tätigkeit, als direkte Basis zur Auswanderung fast immer aus.
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Re: Ziel Auswandern

Beitragvon Frankfurter » Fr 4. Nov 2011, 12:24

weilerlbb hat geschrieben:Hallo
wenn Du Arbeit in Brasilien sucht gibt es verschiedene möglichkeiten:
Arbeitsamt Frankfurt, da gibt es eine Abteilung die Arbeitskräfte nach Übersee vermittelt
Internet
Entwicvkoungshilfeorganisationen z.B. DEB, AGEH usw. kirchliche Hilfswerke


... meinst Du, dass dieses "Entsenden" wirklich einer "Auswanderung" gleich zu setzen ist ?

Hier hilft m.E. nur eins: Heiraten ! Und zwar eine Frau die auch sozial in die Gesellschaft eingebunden ist. Ich sehe das immer wieder, wie wir z.B. bei Rechtsfragen auf den "Schwippschager" zurück greifen können, um nicht "untergebuttert" zu werden, da er Rechtsanwalt ist [-X . Oder den Schwager, der einfach die notwendigen Kontakte hat. Sonst ..... [-X ist das alles ein sehr dorniger Weg !
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Re: Ziel Auswandern

Beitragvon nonato » Sa 5. Nov 2011, 22:19

Da gerade mal wieder ein Elektrogeräte-Thread läuft, ist unser Elektriker herzlich eingeladen, dort für Klarheit zu sorgen:

http://brasilienfreunde.net/deutsche-elektrogeraete-unter-220-volt-und-60-hertz-t16306.html
Pior do que tá não fica.
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Re: Ziel Auswandern

Beitragvon weilerlbb » Di 8. Nov 2011, 03:05

Wir haben wiedereinmal das Problem das Personen sich zu Worte melden weil sie Glauben zu wisse, aber bis auf den Glauben ist da NICHTS an Wissen.

Ich wollte allgemein Verbindliche kfm Regeln und Verhalten Arbeitnehmer und Gewerbetreibende an die Hand geben diemit dem Gedanken spielen Auszuwandern. mehr nicht
Dazu habe ich meine Überseevita preisgegeben. Meine Lebesgeschicht wäre dazu fehl am Platz.

Ich habe keine 16 jahre als Entwicklungshelfer gearbeitet
Ich wurde von keiner Hilfsorganisation (DED,AGEH usw.) entsendet

Außer den Hilfsorganisationen gibt es noch andere Wege als Entwicklungshelfer tätig zu werden.
Pfarrgemeinde, Bistim, Missionsorden, Famalie und Verwante, aber am wichtigsten sind die Missionszeitschriften, z.B. Kontinente von AGEH, es gibt aber noch andere.

Meine 16 Jahre Überseeerfahrung ergeben sich daraus das ich als Entwicklungshelfer nicht nur als Lehrer und Berater für Firmen im kfm. Angelegenheiten tätig war, sondern an allen Einsatzorden eine Nebenerwerbsschäferei und Molkerei aufgebaut habe. Sowas läßt man nicht einfach zurück nur weil ein Arbeitsvertrag ausläuft und schon garnicht wenn Stellenangebote von Komunen und Firmen vorliegen.
Ich kenne keinen Entwicklungshelfer wo nicht versucht wurde diese Fachkraft im Lande zu halten und der ohne Probleme nach seiner Entwicklungshelfertätigkeit in ein Arbeitsverhältnis an Ort hätte wechseln können

Zu den Hilfsorganisationen möchte ich aber nocht etwas anmerken.
Ob das noch heute so ist weiß ich nicht, aber es gab oder gibt? Zeiten da waren Hilfsorganisationen behilflich wenn deutsche Fachkräfte in Übersee eine Tätigkeit suchen diese an Entwicklungshelfern zu verweisen.
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Re: Ziel Auswandern

Beitragvon karlnapp » Di 8. Nov 2011, 08:30

weilerlbb hat geschrieben:Wir haben wiedereinmal das Problem das Personen sich zu Worte melden weil sie Glauben zu wisse, aber bis auf den Glauben ist da NICHTS an Wissen.

Veröffentlichung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer
Der Begriff des Entwicklungshelfers ist im Entwicklungshelfer-Gesetz definiert. Entwicklungshelfer ist demnach, wer mit einem staatlich anerkannten Träger des Entwicklungsdienstes "in Entwicklungsländern ohne Erwerbsabsicht einen mindestens zweijährigen Dienst leistet, um in partnerschaftlicher Zusammenarbeit zum Fortschritt dieser Länder beizutragen".
Darin, dass Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer ihren Dienst "ohne Erwerbsabsicht" leisten, unterscheiden sie sich von den anderen Fachkräften. Das Entwicklungshelfer-Gesetz legt fest, dass sie während der Zeit ihrer Tätigkeit Unterhaltsgeld erhalten. Auch für die soziale Absicherung wird gesorgt.
Entwicklungshelferinnen und Entwicklungshelfer können nur von den folgenden sieben anerkannten Organisationen entsandt werden:
• Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH), getragen von katholischen Organisationen und Institutionen
• Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), im Besitz der Bundesrepublik Deutschland
• Dienste in Übersee gGmbH, getragen von evangelischen Organisationen und Institutionen, als Tochtergesellschaft des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED)
• Christliche Fachkräfte International (CFI), eingerichtet von der Arbeitsgemeinschaft evangelikaler Missionen in Verbindung mit der Deutschen Evangelischen Allianz
• EIRENE, Internationaler Christlicher Friedensdienst
• Weltfriedensdienst
• Forum Ziviler Friedensdienst (forum ZFD)

Nach meinem Kenntnisstand ist keine dieser genannten Organisationen bereit, bei der Vermittlung von Arbeitsstellen in Übersee behilflich zu sein.
Ggf. verweisen diese auf das Programm Integrierte Fachkräfte, welches wird vom Centrum für internationale Migration und Entwicklung CIM durchgeführt wird.

Von mir aus mag sich der Herr weilerbb Entwicklungshelfer nennen und mit fremden Federn schmücken, so viel er möchte, doch nach der Definition des Entwicklungshelfer-Gesetzes war er ganz offenbar kein Entwicklungshelfer.
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