Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Allgemeine Fragen & Tipps über alles, was dem Gringo in Brasilien passieren kann

Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Beitragvon Rio_de_Janeiro » Fr 30. Jan 2015, 23:06

So, nun war ich für 2 Wochen wieder mal in meiner Traumstadt, in Rio de Janeiro. Das letzte Mal war ich im März 2011 dort - ist also eine Zeit her gewesen.

Ich habe natürlich -da ich mit einer Carioca verheiratet bin und mich auch sonst immer up2date gehalten habe- gewusst, was mich in etwa erwartet. Dennoch war ich über einige Dinge verwundert:

Das Preisniveau ist wirklich extrem hoch geworden. Nein, ich bin nicht blauäugig nach Rio gefahren. Aber man hat nach der WM nun wirklich den Eindruck, dass alles aus dem Ruder läuft. Hier einige Beispiele:

- Pizza in Lapa: Ca. 45 R$
- Caipi in einem Kiosk direkt an der Copa: Ca. 13-15 R$
- Busfahrt innerhalb der Stadt 3,40 R$
- Taxifahrt (mit "Taximafia") vom Flughafen GIG an die Copa nun fix 100 R$ (Abzocke! Nehmt ein Taxi bei den Departures!)
- 08/15-Käse in Zona Sul: Ca. 20 R$
- Brahma-Chopp ca. 5,50 R$
- Corcovado Chriso Redentor: Mit der Bahn hoch 62 R$ (2011 waren es noch 36 R$!!!), mit dem Van 53 R$

Nahverkehr und Infrastruktur:

Sorry, aber trotz WM wurde hier nichts besser. Metro ist noch immer weitestgehend dieselbe, nur dass sie aufgeschlagen ist vom Preis her. Die Busse haben noch immer kaputte Stoßdämpfer und Türen.

Sicherheit:

Ich sah live, wie an der Copa ein "Arrastao" versuchte, einer Brasilianerin (keine Gringa!) eine Goldkette vom Handgelenk zu reißen. Keiner unternahm was. Die schrägen Typen stehen in kleinen Gruppen am Posto 5 zusammen und beobachten genau ihre potentiellen Opfer. Die Polizeiposten sind zu weit auseinander, so dass das Geschehene nicht gesehen wurde.

Gesamt:

Ich liebe Rio de Janeiro. Das wird wohl auch immer so bleiben. Dennoch muss ich sagen, dass ich sowohl über das brutale Preisniveau als auch über die nachlassende Sicherheit geschockt bin. Wie wir (meine Frau und ich) erfahren haben, wurde bereits beschlossen, dass die Ausgaben für Sicherheit und Infrastruktur nochmal heruntergefahren werden.

In Bezug auf Preis-/Leistung kann man einem Ottonormal-Touri von Rio nur eindringlich abraten. Er wird hier nicht glücklich. Man muss schon ein Faible (so wie ich oder viele hier im Forum) haben für diese Stadt, um über deren Defizite hinwegzusehen....
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Re: Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Beitragvon Brazil53 » Sa 31. Jan 2015, 09:57

Dein Bericht ist durchaus realistisch. Und zur Olympiade wird es noch einmal eine Preisschub geben.
Trotzdem bleibt Rio eine wundervolle Stadt für mich.
Allerdings habe ich Restaurant-Besuche und Dosenbier, oder gar Caipirinha am Strand auf ziemlich "Null" eingeschrumpft.
Da bin ich eher Selbstversorger geworden.

Es ist wie es ist. :mrgreen:
Ich glaube nur Tatsachen, die ich selbst verdreht habe
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Re: Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Beitragvon BrasilJaneiro » Sa 31. Jan 2015, 12:00

Rio_de_Janeiro hat geschrieben:So, nun war ich für 2 Wochen wieder mal in meiner Traumstadt, in Rio de Janeiro. Das letzte Mal war ich im März 2011 dort - ist also eine Zeit her gewesen.


Rio ist heute eher eine Alp-Traumstadt.

Rio_de_Janeiro hat geschrieben:Das Preisniveau ist wirklich extrem hoch geworden. Nein, ich bin nicht blauäugig nach Rio gefahren. Aber man hat nach der WM nun wirklich den Eindruck, dass alles aus dem Ruder läuft. Hier einige Beispiele:
- Pizza in Lapa: Ca. 45 R$
- Caipi in einem Kiosk direkt an der Copa: Ca. 13-15 R$
- Busfahrt innerhalb der Stadt 3,40 R$
- Taxifahrt (mit "Taximafia") vom Flughafen GIG an die Copa nun fix 100 R$ (Abzocke! Nehmt ein Taxi bei den Departures!)
- 08/15-Käse in Zona Sul: Ca. 20 R$
- Brahma-Chopp ca. 5,50 R$
- Corcovado Chriso Redentor: Mit der Bahn hoch 62 R$ (2011 waren es noch 36 R$!!!), mit dem Van 53 R$
Nahverkehr und Infrastruktur:
Sorry, aber trotz WM wurde hier nichts besser. Metro ist noch immer weitestgehend dieselbe, nur dass sie aufgeschlagen ist vom Preis her. Die Busse haben noch immer kaputte Stoßdämpfer und Türen.


Die Preise sind schon vor einigen Jahren explodiert. Problem ist nur, dass du nicht die gleiche Qualität bekommst wie in Deutschland. Siehe Busse

Rio_de_Janeiro hat geschrieben:Sicherheit:
Ich sah live, wie an der Copa ein "Arrastao" versuchte, einer Brasilianerin (keine Gringa!) eine Goldkette vom Handgelenk zu reißen. Keiner unternahm was. Die schrägen Typen stehen in kleinen Gruppen am Posto 5 zusammen und beobachten genau ihre potentiellen Opfer. Die Polizeiposten sind zu weit auseinander, so dass das Geschehene nicht gesehen wurde.


Das war von der brasileira ein böser Fehler. In Brasiliens Großstädten keine Schmuck tragen!

Rio_de_Janeiro hat geschrieben:Gesamt:
Ich liebe Rio de Janeiro. Das wird wohl auch immer so bleiben. Dennoch muss ich sagen, dass ich sowohl über das brutale Preisniveau als auch über die nachlassende Sicherheit geschockt bin. Wie wir (meine Frau und ich) erfahren haben, wurde bereits beschlossen, dass die Ausgaben für Sicherheit und Infrastruktur nochmal heruntergefahren werden.


Nicht nur du liebst Rio! Aber manche Einwohner und alle Regierenden tun alles um diese Stadt nicht zu lieben.

Rio_de_Janeiro hat geschrieben:In Bezug auf Preis-/Leistung kann man einem Ottonormal-Touri von Rio nur eindringlich abraten. Er wird hier nicht glücklich. Man muss schon ein Faible (so wie ich oder viele hier im Forum) haben für diese Stadt, um über deren Defizite hinwegzusehen....


Wer Urlaub machen will, genießen und ausruhen will, erleben und sehen will ist in Brasilien falsch aufgehoben. Da gibt es hunderte andere Orte in der Welt. Brasilien entwickelt sich immer mehr nur für Insider.
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Re: Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Beitragvon amazonasklaus » Sa 31. Jan 2015, 12:13

Gefährlicher als vor ein paar Jahren ist es heute auch nicht. Was sich geändert haben mag, ist die Wahrnehmung. Wer keine rosarote Brille aufhatte, dem war früher schon klar, dass die Gauner nie weit weg sind.
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Re: Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Beitragvon cabof » Sa 31. Jan 2015, 17:00

Ist was wahres dran Amazonasklaus - wir alten Hasen waren auch mal Newbies, bem pensado, rückwirkend gesehen hat es auch immer mal wieder "Vorfälle" gegeben - die hat man übersehen, kurz wahrgenommen und den Urlaub fortgesetzt... in den letzten Jahren hat bei mir
persönlich ein Umdenken stattgefunden... ich schiebe immer noch meine nächste Reise raus. Die Preise sind zwar gesalzen aber ich muß mich nicht an der Copa beköstigen oder besaufen, - Insider wissen wo es langgeht und man kann auch "günstig". In der Tat bekommt man keine Qualität für`s Geld (Essen ist aber lecker und reichlich) - aber so eine Busfahrt, je nach Strecke - kann zur Tortur werden.
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Re: Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Beitragvon Rio_de_Janeiro » Sa 31. Jan 2015, 17:34

Bei mir verhält es sich so, dass ich 2005, als ich zum ersten Mal nach Rio kam, sogar von "Vorab-Angst", bedingt durch die Berichtserstattung hier in Deutschland, geplagt war und mich newbie-typisch übervorsichtig durch Rio bewegte. Kamera und Co. wurden nur an scheinbar "sicheren" Orten hervorgekramt. In der Hosentasche befanden sich die "berühmten" 30-50 R$, die man bei einem möglichen Überfall dabei haben sollte etc. Ich beherzigte also die Regeln, bemerkte jedoch im Laufe der Zeit (ich kam seit 2005 mehr oder weniger regelmäßig immer wieder nach Rio), dass vieles übertrieben dargestellt wird und man sich durchaus frei durch Rio bewegen kann, wenn man die Grundregeln einhält und nicht unvorsichtig wird.

Mittlerweile kenne ich Rio in- und auswendig. Speziell Tijuca oder die Orte Campo Grande und Santa Cruz, die ein normaler Touri nie zu sehen bekommt, haben es mir angetan, da dort nichts auf Touristen ausgerichtet ist und man das "pure" Brasilien erleben kann, fernab von Copa und Ipanema.

Dennoch ist mein subjektiver Eindruck, dass die Sicherheitslage nicht besser geworden ist. Vielleicht war sie das während der WM und in der Zeit davor. Doch definitiv ließ die Polizeipräsenz an der Copa und auch in Lapa zu wünschen übrig. In Lapa war definitiv weniger Polizei unterwegs als es 2011 der Fall war.

Dem gegenüber konnte ich auch keine essentiellen Verbesserungen der Stadt infolge der WM ausmachen. Der Flughafen GIG ist weitestgehend unverändert. Klar, man hat den Platz am Hafen vor der Börse komplett neu gestaltet und auch an einigen anderen Ecken Akzente gesetzt. Das Stadtbild insgesamt ist jedoch das gleiche geblieben (was ja nicht unbedingt schlecht sein muss - wir lieben ja Rio, so wie es äußerlich daher kam und noch immer kommt).

Das Preisniveau ist jedoch beängstigend. Wir haben mit vielen Cariocas gesprochen, die ihr Leid klagten und meinten, dass ein vernünftiges Leben kaum noch möglich ist. Selbst die Preise für den Sprit sind extrem nach oben getrieben worden. Alle stöhnen ihr Leid.

Das gibt mir eben zu denken: Wenn nun sogar noch die Ausgaben für Sicherheit heruntergefahren werden und die Preise weiter nach oben getrieben, so liegt es nahe, dass die "Armen" (was auch immer darunter verstanden wird) immer mehr Hass aufbauen (was ja auch menschlich und mehr als nachvollziehbar ist) und die Sicherheitslage immer kritischer wird.

Ich finde es schade, was die Regierung in Brasilien abzieht. Leidtragende sind die Menschen, die in Brasil leben. Die Schere zwischen arm und reicht wird weiter geöffnet, obwohl dieses wunderbare Land alle Möglichkeiten hätte, eine Änderung herbeizuführen.
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Re: Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Beitragvon BrasilJaneiro » Sa 31. Jan 2015, 19:03

Rio_de_Janeiro hat geschrieben:Ich finde es schade, was die Regierung in Brasilien abzieht. Leidtragende sind die Menschen, die in Brasil leben. Die Schere zwischen arm und reicht wird weiter geöffnet, obwohl dieses wunderbare Land alle Möglichkeiten hätte, eine Änderung herbeizuführen.


Die deutsche Regierung hat auch alle Möglichkeiten mehr für das eigene Volk zu tun. Aber jeder Aufschrei wird nicht gehört. In Brasilien ist dies nicht anders.

Ich war in Rio immer unbekümmert. Auch nachdem ich mal ein Messer im Rücken spürte. Mir war ja auch klar wo ich bin. Aber in den vielen dunklen Gassen von Cinelãndia bis Praça Mauá ist mir nachts nie was passiert. Auch bei einigen dunkelhäutigen Gestalten.
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Re: Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Beitragvon cabof » Sa 31. Jan 2015, 23:50

Was ist aus der Euphorie "Dilma" geworden? Wer hat von ihrer Wiederwahl profitiert? Erinnere mich an die Wahlzeit hier in der kölner
Turma... News, Face, Twitter - alle wurden hochgeschaukelt... meine direkten Kontakte drüben stöhnen ganz schön unter den Preisen und
die Abgaben (Licht, Wasser etc.) werden auch erhöht. Ich glaube fast, das die Grund/Versorgungskosten drüben bereits unser Niveau erreicht haben.
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Re: Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Beitragvon Rio_de_Janeiro » So 1. Feb 2015, 12:34

cabof hat geschrieben:Was ist aus der Euphorie "Dilma" geworden? Wer hat von ihrer Wiederwahl profitiert? Erinnere mich an die Wahlzeit hier in der kölner
Turma... News, Face, Twitter - alle wurden hochgeschaukelt... meine direkten Kontakte drüben stöhnen ganz schön unter den Preisen und
die Abgaben (Licht, Wasser etc.) werden auch erhöht. Ich glaube fast, das die Grund/Versorgungskosten drüben bereits unser Niveau erreicht haben.


Ich habe jetzt hierzu keinen direkten Vergleich, da ich keine Versorgerrechnung in den Händen gehalten habe, aber das könnte durchaus richtig sein, zumal die Preise für Sprit ja an jeder Petrobras-Tanke aushängen und gepfeffert sind. Generell ist ein Auto ein wahrer Luxus. Ein Chevrolet (vergleichbar mit unseren Opel-Modellen) kostet teilweise das bis zu 3-fache desselben Modells in Argentinien. Es werden saftige Steuern auf die Autos geschlagen.

Nochmal möchte ich hier in diesem Thread klarstellen, dass ich keinen "Jammer-Schimpf-und-Schande"-Beitrag eröffnen wollte. Es ist eben traurig, wenn man als reinrassiger Rio-Fan über die Jahre hinweg mit ansehen muss, wie die geliebte Stadt kontinuierlich teurer, dem gegenüber aber nicht sicherer oder moderner wird. Zumal ich sehr viele Freunde in Rio habe, mit denen ich mitfühle. Einige mussten schon von Tijuca wegziehen (zu teuer geworden) in deutlich schlechtere Viertel.

Im Grunde genommen hat es die amtierende Regierung in Brasilien exzellent verstanden, alles verkehrt zu machen, was nur möglich ist. Dennoch, so meinte meine brasilianische Ehefrau, hätte auch das Volk seinen Anteil an der Misere (ihre Worte). Wegen der 10 Centavos, die damals die Fahrscheine verteuert wurden, ging ein Volk auf die Barrikaden. Und nun ist Ruhe eingekehrt, obwohl die Preise noch viel weiter explodiert sind.

In Bezug auf das Arrastao-Problem: Die gab es schon immer, und in den 90ern muss es ja regelrechte "Herdenüberfälle" an der Copa gegeben haben, wenn man den Einheimischen Glauben schenken kann. Diese schlimme Phase wurde dann seinerzeit durch die Polizei brutal gelöst, die sogar auf Kinder schoss. Seit 2005 sah man immer wieder mal die zwielichtigen Gestalten an der Copa. Doch streckenweise tauchten sie erst zur Dämmerung oder eben nachts auf. Dieses Mal war es noch Tag, als der Arrastao die Brasileira um ihr Armband erleichtern wollte. Mehrere Arrastao-Grupppen sah ich zugleich ihrem Treiben nachgehen. Durch die niedrige Polizeipräsenz hatten sie nichts zu befürchten.
Ja, wer nach Rio fährt, muss wissen, dass es diese Räuber gibt. Aber dennoch könnte man am Strand für mehr Sicherheit sorgen, denn dieses Mal waren es definitiv mehr als im Jahr 2011.

Naja, ich freue mich dennoch wieder auf meine nächste Rio-Reise, die dann hoffentlich schon dieses Jahr stattfinden wird, denn weitere 4 Jahre möchte ich nicht warten. Gut, dass der Euro noch günstig stand, als ich rüberflog. Zu Kursen um 3,07 konnte ich die hohen Preise zumindest noch kompensieren. Nun, nachdem unser geisteskranker Notenbanker Draghi den Euro künstlich schwächen will, sind wieder Euro-Real-Kurse von 2,20 zu erwarten, was sich zusätzlich auf die strapazierte Rio-Urlaubskasse auswirken wird.
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Re: Zum ersten Mal seit 4 Jahren in Rio - meine Eindrücke

Beitragvon Colono » So 1. Feb 2015, 13:10

Rio_de_Janeiro: Nochmal möchte ich hier in diesem Thread klarstellen, dass ich keinen "Jammer-Schimpf-und-Schande"-Beitrag eröffnen wollte. Es ist eben traurig, wenn man als reinrassiger Rio-Fan über die Jahre hinweg mit ansehen muss, wie die geliebte Stadt kontinuierlich teurer, dem gegenüber aber nicht sicherer oder moderner wird. Zumal ich sehr viele Freunde in Rio habe, mit denen ich mitfühle. Einige mussten schon von Tijuca wegziehen (zu teuer geworden) in deutlich schlechtere Viertel.

Im Grunde genommen hat es die amtierende Regierung in Brasilien exzellent verstanden, alles verkehrt zu machen, was nur möglich ist. Dennoch, so meinte meine brasilianische Ehefrau, hätte auch das Volk seinen Anteil an der Misere

Ja damit hat sie Recht deine Frau. Wie wäre es einmal Restbrasilien, andere Leute kennen zu lernen. Die Cariocas behaupten von sich selber daß sie etwas ganz besonderes sind.
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