Zusammenleben mit meiner brasilianischen Freundin

Alles was man wissen muss, um in Brasilien nicht ins Fettnäpfchen zu treten.....

Zusammenleben mit meiner brasilianischen Freundin

Beitragvon zezinho » Fr 1. Okt 2010, 17:58

Liebe Forumsmitglieder,

ich habe mich jetzt schon durch einige Beiträge gewühlt leider aber noch keine passende Antwort auf unser Problem gefunden. Ich werde euch jetzt einfach mal fragen und hoffen, dass uns jemand helfen kann.
Ich bin Deutscher (20) und bin seit bald 1,5 Jahren zusammen mit meiner brasilianischen Freundin (19). Unser Alltag war bis vor kurzem Fernbeziehung und Flüge. Im Juli diesem Jahres hatten wir dann die Idee, dass sie sich mal Deutschland besser anschauen und auch Deutsch lernen versuchen sollte, nachdem ich schon einigermaße Portugiesisch spreche und auch schon ihre Kultur kennen gelernt hatte. Sie kam als Au Pair in die Großstadt, wo ich im Oktober das Studieren anfangen werde. Sie studiert schon seit 1,5 Jahren Medizin an der UFMG (im Moment pausiert sie ihr studium für 6 Monate). Wir trafen uns bis jetzt immer an Wochenenden und würden zumindest für die restlichen Monate ihres Aufenthalts gerne zusammen wohnen. Wir hatten mal im Internet gehört, dass die Möglichkeit besteht das Aupairvisum in ein Sprachkursvisum umzuwandeln. Sie benötigt demnach eine Wohnung (sie könnte bei mir einziehen), die knappen 700 Euro pro Monat Aufenthalt auf ein Sperrkonto und eine Sprachkursanmeldung. Hat jemand Erfahrungen? Ist das möglich? Wir sind beide am Anfang unserer Karriere und wollen auch keine Kinder oder Heirat (schon ausgeschlossen wegen unseren Eltern, die uns töten würden;), lieben uns aber sehr und wollen unser Leben zusammen genießen. Wir denken aber, dass das Ausländeramt da anders denkt und uns wahrscheinlich eine Heiratsvorbereitung unterstellt und sie ausreisen muss, wenn wir blos wegen dem Sprachvisum und der Unterkunft in meiner 1,5 Zimmer Wohnung fragen.

Vielen Dank für eure Hilfe!
mfg
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Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Re: Zusammenleben mit meiner brasilianischen Freundin

Beitragvon hamilton » Sa 2. Okt 2010, 10:13

zezinho hat geschrieben: wollen auch keine Kinder oder Heirat (schon ausgeschlossen wegen unseren Eltern, die uns töten würden;)....


und wenn ihr zusammenzieht, dann toeten sie euch nicht? :shock:

frag ich nur mal vorab. nicht dass jetzt hier nun tipps kommen, die zu eurer toetung fuehren :cry:
gruesse
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Re: Zusammenleben mit meiner brasilianischen Freundin

Beitragvon cabof » Sa 2. Okt 2010, 11:59

Ich denke mal so, solange Deine Freundin ein Vism hat was gültig ist wird sie wohl nicht ausgewiesen - wie oder wo sie wohnt geht das Amt nichts an. Zum Ablauf hin mußt Du wohl oder
übel bei der ABH vorstellig werden und Dein/ihr Begehren vortragen, alles was dann kommt ist vom SB abhängig.... viel Glück, wird schon klappen.

Das mit der Morddrohung seitens der beiden Elternpaare ist ja schon ein harter Hammer..... hat das evtl. religiöse Hintergründe... Muslime, Ehrenmord etc.?

Übliche Bestrafungen sind: fliegst aus dem Haus, wir sind nicht mehr Deine Eltern, Enterbung.......
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Re: Zusammenleben mit meiner brasilianischen Freundin

Beitragvon amazonasklaus » Sa 2. Okt 2010, 12:22

Da lässt sich doch eine ganz nette Argumentationskette für die Ausländerbehörde aufbauen: Als Au Pair nach Deutschland gekommen, ein wenig Deutsch gelernt, Interesse für die deutsche Kultur und Sprache entwickelt, daher der Wunsch, Deutsch besser zu lernen und einen Sprachkurs zu machen.

Und wenn das nicht überzeugt: Als Volljähriger kann man heiraten, ohne den Eltern das auf die Nase zu binden. Deren Morddrohungen sind ohnehin indiskutabel. Für mich jedenfalls hätte sich damit das Thema Rücksichtnahme auf die Vorstellungen der Alten abschließend erledigt. Wenn die Ehe keinen Bestand haben sollte, was soll's: Ihr seid jung und habt wahrscheinlich wenig Materielles, worüber ihr euch im Falle einer Trennung streiten müsstet.
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Re: Zusammenleben mit meiner brasilianischen Freundin

Beitragvon Regina15 » Sa 2. Okt 2010, 13:24

Es ist leider nicht so einfach. Wenn sich das Gesetz nicht geändert hat, gilt ein Au-Pair Visum nur für einen Au-pair-Aufenthalt und sonst nichts. Es geht meist sogar soweit, dass der Aufenthalt nur für die betreffende Familie besteht (ist dann im Pass vermerkt). Möchte man länger bleiben oder im Anschluss an den Au-pair- Aufenthalt ein anderes Visum haben, muss man ausreisen. Vor einigen Jahren haben wir es mit einem Kurzaufenthalt im europäischen Ausland geregelt und dann dort bei der deutschen Botschaft ein Visum beantragt. Für einen Sprachaufenthalt muss ein Nachweis über Art und Weise des Kurses erbracht werden, Bürgschaft für die finanzielle Regelung oder Nachweis, dass man sich selber finanzieren kann.
Gut verstehen kann ich, dass eure Eltern sich Sorgen machen. Ihr seid beide sehr jung und steht noch am Anfang eurer Ausbildung, habt kein Einkommen. Deine Freundin lässt den Studienplatz 6 Monate ruhen, was dann? Ist ihr Studienplatz in Brasilien dann weg? Was studiert sie? Ist es etwas was sie auch in Deutschland machen könnte? Ist es ein Studium wonach man später in beiden Ländern arbeiten könnte? Die gleichen Fragen gelten für dich. Wie wollt ihr euch finanzieren? Auch wenn man sehr verliebt ist, darf man den Kopf nicht ganz ausschalten. Es kann schief gehen und dann darf keiner mit nichts dastehen. Würde deine Freundin überhaupt in Deutschland leben wollen oder du in Brasilien?

Nun zur Au-pair-Familie, die ja einen Vertrag mit deiner Freundin eingegangen ist, den man nicht einfach brechen kann. Je nach Wohnort musste die Familie eventuell sogar eine Bürgschaft eingehen um ein Au-pair aus dem nicht europäischen Ausland haben zu dürfen. Meist haben diese Familien kleine Kinder, für die ein häufiger Wechsel nicht gut ist. Wenn sogar noch Berufstätigkeit hinzukommt, könnt ihr die Familie nicht auflaufen lassen. Man kann aber fragen, ob sie einverstanden sind, wenn sie bei dir wohnt und dann zum Arbeiten zur Familie fährt. Ist das verkehrstechnisch überhaupt möglich? Sinn des Au-pair-Aufenthaltes ist es aber nicht, denn sie sollte als Familienmitglied schon im Haus wohnen. Die meisten Familien entscheiden sich bewusst für Au-pair, sonst könnten sie ja auch eine Kinderfrau etc.. nehmen; ist nicht teurer ,man hat nicht den jährlichen Wechsel und muss nicht so viel anlernen.
Nichts ist unmöglich, aber man sollte doch alles bedenken und mit offenen Karten spielen. Vielleicht sind die Eltern ja sogar behilflich wenn sie merken, dass die Ausbildung ernst genommen, nicht abgebrochen wird und beide ihren Weg gehen. Sogar eine Fernbeziehung kann einige Jahre klappen
Wünsche euch alles Gute
Regina
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Re: Zusammenleben mit meiner brasilianischen Freundin

Beitragvon tinto » Sa 2. Okt 2010, 14:27

Als ich ähnlich jung war und meine erste brasilianische Freundin hatte, haben wir es ähnlich gemacht, in etwas anderer Reihenfolge: und zwar erst Touri-Visum, das wir in ein Sprachkursvisum umgewandelt haben -sie konnte tatsächlich nach einigem Theater ohne Ausreise länger hier bleiben - und später ein Au Pair-Visum nach einer viermonatigen Ünterbrechung. Weiß nicht, ob das heute noch rechtlich so geht. Da ist man aber auf jeden Fall auf behördliche Nachsicht und elterliche Unterstützung angewiesen von wegen Verpflichtungserklärung und so -oder du bemühst einen solventen Bekannten. Das wesentliche ist nämlich, das ihr Unterhalt und die Ausreise am Ende gesichert ist. Beim Sprachkurs kommt es auch auf die wöchentliche Stundenzahl und die Qualität an (Goethe-Institut oder die Uni ist z.B. problemloser als Hausfrauen-VHS).

Überhaupt: Am besten Du suchst Dir Beziehungen zur Lokalpolitik und zu angesagten Leuten der Stadt. Sprech mal den Bürgermeister an. Und auch mal die älteren Abkommen (z.T. aus den 50er Jahren ergoogeln). Brasilianer stehen weniger denn je im Verdacht Wirtschaftsflüchtlinge zu sein. Entgegenstehende deutsche Interessen gibt es ja auch nicht wirklich. Ich denke mal: wo ein Wille ist ist auch ein Weg.
_________________________________
Schöne Grüße,
tinto
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