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 Betreff des Beitrags: Zwanzig Jahre Engagement in Brasilien
BeitragVerfasst: 26 Jun 2007 18:25 
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Straßenkinder: Beim Besuch von Pater Renato zieht Dieburgs Gemeinde St. Wolfgang eine Bilanz der Hilfe für Miguel Couto

DIEBURG. Vor 20 Jahren baute der im Jahr 2000 verstorbene Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Wolfgang in Dieburg, Manfred Gärtner, eine Brücke der Freundschaft und Hilfe zwischen der Dieburger Region und Miguel Couto in Brasilien auf, legte den Grundstein für „Häuser für Straßenkinder“. Und diese Brücke hat bis heute Bestand, wird von beiden Seiten beschritten. Derzeit ist Pater Renato, der geistliche Sachwalter und Ansprechpartner in Miguel Couto, auf Europa-Besuch. Übers Wochenende war er in St. Wolfgang zu Gast, sprach beim Gottesdienst und anschließend im Pfarrzentrum über die Situation im fernen Miguel Couto.
Dieburgs neuer Stadtpfarrer, Alexander Vogl, kündigte bei der Gelegenheit für November einen ersten Besuch in Miguel Couto an. Zuvor, im Oktober, will eine Folklore-Gruppe aus Brasilien auf einer Europa-Tournee auch in Dieburg auftreten. „Da freuen wir uns drauf“, meinte Bürgermeister Werner Thomas, der sich ebenfalls im Pfarrzentrum eingefunden hatte, wo Rudolf Becker, der frühere Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Dieburg, den verstorbenen Pfarrer Manfred Gärtner und den aus Nord-Italien stammenden Pater Renato als „charismatische Persönlichkeiten“ bezeichnete, die das Projekt für die Straßenkinder in Gang brachten.

Rudolf Becker und der ebenfalls ehemals in der Sparkasse tätige Friedel Wilhelm – beide inzwischen in Pension – sorgen dafür, dass monatlich Hilfsgelder aus der Dieburger Region nach Miguel Couto in das Projekt „Casa do Menor“, das „Haus der Straßenkinder“, fließen. Becker überreichte am Sonntag Pater Renato eine Festschrift zum zwanzigjährigen Bestehen der „Brücke der Freundschaft“ – eine Rückschau und Bilanz aus Dieburger Sicht.

In Miguel Couto, das im Bannkreis von Rio de Janeiro liegt, sind inzwischen zehn Kinderhäuser (Casas Lares) mit insgesamt 145 Kindern und Jugendlichen belegt, davon zwei Häuser für „Erstaufnahmen“. Es gibt ein Haus für geistig behinderte Kleinkinder, zwei Häuser für Kleinkinder und zwei Kindertagesstätten, belegt mit jeweils 50 Kleinkindern. Geboten wird auch eine Vollbetreuung mit Vorschulcharakter. Eingerichtet worden ist außerdem mit kräftiger Hilfe aus Dieburg ein Ausbildungszentrum für 16 zumeist handwerkliche Berufszweige, darunter Bäcker, Friseure, Elektriker und Automechaniker. Etwa 500 junge Menschen, die ansonsten wenig Chancen in einer armen Gegend hätten, verlassen das Zentrum mit verbesserten beruflichen Aussichten. Auch der brasilianische Staat fördert das Projekt. Er leistet aber lediglich Zuschüsse für die Grundversorgung , nicht für die pädagogische und kulturelle Betreuung, wie Rudolf Becker auflistete.

Becker informierte ebenso über die Außenstelle in Fortaleza im Nordosten Brasiliens, wo fünf Kinderhäuser mit fast 100 Kindern belegt sind, wo zwei Häuser für Ausbildungsangebote bestehen. Und er erwähnte in seiner Bilanz der Hilfe auch die „Fazenda da Esperanca“, ein Haus der Hoffnung als Drogen-Reha in Teresopolis, die mit 40 Patienten belegt ist.

Mit Pater Renato nach Dieburg gekommen war der dunkelhäutige junge Gilmar da Silva. „Ohne Pater Renato wäre ich längst tot“, schilderte er im Pfarrzentrum, wo Peter Edinger das Portugiesisch übersetzte.

In Brasilien sind rund um die von Dieburg aus geförderten Projekte für die Straßenkinder nach Angaben Beckers derzeit 150 Mitarbeiter tätig. St. Wolfgang konzentriert seine Hilfestellung auf den Bereich der Kinderbetreuung in Miguel Couto mit dem Ziel, ein Drittel des Betriebsmittelbedarfs abzudecken, was in den letzten Jahren auch gelungen ist, obwohl die Spenden regelmäßig fließen müssen. Am Sonntag gaben in St. Wolfgang zum Beispiel musikbegeisterte Jugendliche ein Konzert für die gute Sache.

Derzeit ist ein Zivildienstleistender aus Dieburg in Miguel Couto im Einsatz, ein weiterer aus Alzey, der Heimat von Pfarrer Vogl, der die Hilfsaktion für Miguel Couto als „großartige Sache“ bezeichnete, die er selbst mit unterstützen wolle. Pater Renato dankte dem Team St. Wolfgang für die nun schon seit 20 Jahren andauernde Hilfe für „Casa do Menor“. Ein Dankeschön wolle man im Herbst mit dem Auftritt einer Samba-Gruppe sagen.

http://www.echo-online.de/suedhessen/static/482581.htm



o sol nasce pra todos; a sombra pra quem merece.


hispaniolanews


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